27.04.2010
Die Natur strebt stets nach Vollendung – jeder einzelne Organismus, der entsteht, hat Funktionen und Kräfte, die ihm für den Notfall zur Verfügung stehen: Selbstheilungskräfte sind in Fülle vorhanden, auch im Menschen und zuweilen wirkungsvoller als vielversprechend etikettierte Apothekenprodukte. Die wundersamen, jedoch grundsätzlich vorhandenen Körperenergien verlangen im Ernstfall nur eines: die Chance des Aktiviert-Werdens.
Loma Linda University, Psychologisches Institut, Kalifornien, Frühjahr 2010: 14 Freiwillige werden in zwei Gruppen aufgeteilt – die Eine sieht sich humorvolle und komödiantisch erheiternde Sketche zuerst via Bildschirm an, die Andere einen Kriegsfilm. Die Andere erhält dieselben Programmteile zu Gesicht, nur in umgekehrter Reihenfolge. Allen Zuschauern wurde während der Darbietung der Blutdruck gemessen – gleichfalls an zwei Fällen der Hormonspiegel (Grehlin, Leptin) um den Appetit messbar herzuleiten. Für diesen Versuch ergaben sich jeweils höchst positive Werte genau dann, während die Probanden dabei waren, über die Sketche in herzhaftes Gelächter auszubrechen.
Wie allgemein bekannt, gelten Versuche mit Gruppen dieser Größenordnung grundsätzlich und in erster Linie für eines: Als Ansatz zum Weiterforschen. Jedoch dieser scheint vielversprechend: Warum sollten Singles (auch ältere), die einsam wohnen und denen es mehr und mehr an Lust mangelt, geregelte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, nicht öfter das körpereigene Antidepressivum und Ausgleichshormon über die Teilnahme an erheiternden Tagesprogrammpunkten zu aktivieren lernen?
Lachen kann mehr, so weiß man von früheren Studien: Stress wird gesenkt (messbar sind hier die Hormone Kortison und Epinephrin), das Immunsystem gestärkt, Blutdruck und Blutfett verringert – kurzum: die Stimmung verbessert. Es ist (fast) wie Sport: Körperfunktionen “freuen” sich sozusagen, wenn man sich selbst den Angeboten für vernünftigen, klaren und reinen Frohsinn als Therapie unterzieht (wenn auch zunächst möglicherweise noch nicht mit der nötigen Lust, die sich dann aber steigert). Natürlich – Sport stärkt Muskeln, was Lachen nicht kann. Aber sonst: Erheiterte Menschen trotzen allem – auch den Tieflagen des Lebens. Am Rande bemerkt sei hier noch einmal die Einsicht Alfred Adlers: Ärger, der einem angetan wird, verfliegt just dann, sobald man sich mit etwas anderem beschäftigt – etwa mit dem Lachen. Hier nämlich Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, schadet – und nicht zu knapp.
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13.04.2010
Die Kapland-Pelargonie gehört zu den südafrikanischen Heilpflanzen. Tropfen, aus dieser Pflanze hergestellt (nämlich aus der Wurzel), enthalten Flavonoide und Cumarine. Flavonoide sind pflanzliche Wirkstoffe, die gefäßverstärkend wirken, entzündungshemmend, gegen die Wirkung von Histaminen, gegen Viren, gegen Krämpfe – verlieren jedoch ihre Wirkung bei (bei ungefähr gleichzeitigem Milch(speisen)verzehr. Histamine sind eigentlich Neurotransmitter, die Abwehrreaktionen bei Erkältungen und Infektionen erzeugen: Der als unangenehm empfundene Juckreiz gehört dazu. Cumarine sind pflanzliche Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen – sie sind nicht nur eigentlich für Herz-/Kreislaufpatienten bestimmt, sondern können in größeren Mengen eher schädlich sein (auch in kleinen Mengen schon dann, wenn sie mit dem Schmerzmittel ASS eingenommen werden).
Warum wird diese Pflanze hier vorgestellt? Sie ist ein Beispiel dafür, was in einer Apothekenzeitschrift gegen Erkältungen empfohlen wird – es ist sogar davon die Rede, dass die Symptome unterdrückt würden. Wie man jedoch sieht, ist dieser “Apothekenrat” – wie viele andere auch – nicht naiv, sondern kritisch zu lesen. Entzündungshemmend, das wäre lediglich interessant bei einer fiebrigen Infektion. Aber eine Virenwaffe bei einer Erkältung? Oder die Histamine zu binden, d. h. die natürliche Arbeitsweise des Immunsystems zu verhindern? Es steht ebenfalls nicht in der Apothekenzeitschrift, dass Milch als Gegenmittel wirkt und warum Blutgerinnung schlecht bei Erkältungen ist.
Ein Beispiel sollte dies sein und Ratschlag an den geneigten Leser, der “Angst” vor einer Erkältung oder einer grippalen Infektion hat – kurieren Sie sich aus! Wenn es Sie “erwischt”, seien Sie Mensch, trinken Sie viel (reines Wasser!), vielleicht auch Kamillentee, sagen Sie alles für drei Tage ab und schlafen Sie (auch tagsüber) in einem dunklen Zimmer (ohne viele anstrengende Sinnesreize, deswegen). Die Antikörper, die Abwehrkräfte, die Ihr Körper dann bildet, sind für das nächste halbe Jahr wertvoller als jede afrikanische Pflanze, die exotisch klingt, aber nicht so viel zu tun hat mit den Selbstheilungskräften des menschlichen Körpers. Und wenn Ihnen doch noch irgendwann Apothekenwerbung zu nahe kommt: Prüfen Sie die Inhaltsstoffe im Internet gegen. Da gibt es zuweilen Überraschendes.
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10.04.2010
Ein Organismus ist ein kompliziertes Zusammenspiel von Funktionen, Zuständigkeiten, zeitlichen Abhängigkeiten. Dass man vom Arzt oder Apotheker geraten bekommt, ein Präparat alle 24 Stunden zu nehmen, hat seinen Sinn: Denn jedes der menschlichen Organe fährt ein- oder höchstens zweimal am Tag Maximalleistung.
Um drei Uhr morgens (bis fünf) beginnt die Lunge, zwischen drei und vier ist die Tiefschlafphase am höchsten, denn Melatonin wird ausgeschüttet. Hier zeigt es sich, warum Nachtarbeiter definitiv niemals wirklich gut schlafen, es sei denn, wenn sie nicht zur Arbeit gehen: Sie verpassen einfach den vom menschlichen Körper angebotenen Sonderservice in Sachen Schlaf. Weiter geht der “Maximalfahrplan”: Von 4 – 5 Uhr morgens läuft einmal der Blutdruck seinen Maximaltest (deshalb frieren die Menschen, die um diese Zeit generell wach sind, normalerweise – es ist völlig gesund!).
Und warum Männer morgens Dinge wollen, mit denen sie nicht immer auf Anerkennung stoßen: von 5 – 6 fährt einmal das Testosteron “hoch”. So geht es den ganzen Tag weiter: 6 Uhr wecken (Kortisol), 7 – 9 Uhr Verdauung, 8 Uhr Hormonproduktion, von 9 – 10 heilt der Körper am besten, das Kurzzeitgedächtnis hat sein Hoch zwischen 10 und 11 (Prüfungen zwischen 9 und 11 am besten), 13 Uhr Mittagsruhe, 14 Uhr geringe Schmerzempfindung, 15 Uhr Mittagsruhe beendet, dann kommt das Langzeitgedächtnis bis 16 Uhr (dann 2. “Testlauf” von Blutdruck/Kreislauf), 17-19 Uhr ist es dann die Niere, bevor der Körper dann Ruhe verlangt. Unter anderem folgt in der Nacht dann das Immunsystem zwischen 22 und 23 Uhr und die maximale Leberentgiftung zwischen 1 und 3 Uhr. Diese Aufzählung (die noch nicht alles nennt) mag als kleine Orientierung dienen, auf den eigenen Körper etwas besser zu achten, besser den Tag zu planen (gerade bei Schülern und Studenten) und (als Beispiel für alles andere) darauf zu beharren, dass, wenn man Leberkrebs hat, die Chemotherapie zur aktivsten Zeit der Leber stattfindet und sonst nicht.
Übrigens: Ab 0 Uhr erzeugt es die Bio-Uhr unter anderem, dass für eine Stunde lang die Schreckhaftigkeit am höchsten ist. Wer hätte das gedacht.
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17.03.2010
In der Januar-Ausgabe (2010) der Zeitschrift Psychosomatic Medicine stellen Mediziner der Ohio State Universität einen Versuch vor: 50 Frauen (Durchschnittsalter 41 Jahre) führten zu drei Terminen belastende und entspannende Aufgaben durch. Versuchs- und Kontrollgruppe bildeten zwei gleiche Gruppen – eine hatte keine Yoga-Erfahrung, die andere zwei Jahre.
Aus der Tatsache, dass bei den Mitgliedern der “unerfahrenen Gruppe” jeweils durchschnittlich 41 Prozent mehr eines Proteins (Interleukin-6) im Blut vorhanden war, welches für Entzündungen im Körper verantwortlich ist , schlossen die Forscher, dass die dauerhafte Praxis von Yoga-Übungen schädigende Einflüsse im Körper gar nicht erst zulässt. Die Rede ist beispielsweise von Diabetes 2, Schlaganfall, Gelenkbeschwerden und Herzleiden. weiterlesen »
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10.03.2010
Wellness, das “Wohlsein”, kann auf vielerlei Weise herbeigeführt werden – und viele Wellness-Angebote gibt es in der heutigen Zeit, deren einzelne Ursprünge nicht immer zurückverfolgt werden können. Eines ist jedenfalls sicher: Was der Mensch Tausende an Jahren mit sich nahm und weiter nimmt, kann nicht falsch für ihn sein. Warum nicht, das weiß man heute. Seinerzeit ahnte man es höchstens: Bei den Finnen und Römern ohnehin spielt aber auch von alters her die Sauna bei den Esten eine mehr als nur wesentliche Rolle. Dort war für die Vorfahren des heutigen Volkes klar, dass eine Sauna von guten Geistern beseelt ist – für die tägliche Reinigung des Einzelnen, für die zeremonielle Reinigung der Braut vor der Hochzeit, für die des Neugeborenen nach der Geburt, für die des Sterbenden vor seiner letzten Reise und für die desjenigen, der sich vor dem Eintritt in ein neues Jahr innerlich zu erneuern beabsichtigt.
Vieles gäbe es hier – der Vollständigkeit halber – über die Sauna an sich zu sagen, über Nebenwirkungen, über Kontraindikationen. Vieles auch über Möglichkeiten, die dem Menschen des 21. Jahrhunderts zur inneren oder äußeren Erneuerung zur Verfügung stehen. Doch im Folgenden soll allein die Frage kurz behandelt werden: Was hat sich an schulmedizinischer Erklärung bisher ergeben, dass man sich “wie neugeboren” fühlt nach dem Saunagang? weiterlesen »
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
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