27.04.2010
Zur Freiheit berufen – Menschsein und Wirklichkeit
Was ist Yoga? Nicht eine einzige Antwort ist richtig, sondern viele. Jeder, der sich jener 5.000-jährigen Art und Weise der menschlichen Selbsterfahrung anschließt, wird erfahren, dass es sich bei “Yoga” tatsächlich um eine eigentlich unüberschaubar verwobene mannigfaltige Vielgestalt an theoretischen Ansätzen, erfahrungsorientierten Einsichten und kulturspezifischen Leitsätzen für das alltägliche Leben handelt. Warum so eine Bandbreite? Weil es nur das individuelle Yoga gibt. Sich nämlich seines eigenen Wesens, der Möglichkeiten der eigenen Kraft- und Willensausformung bewusst zu werden, ist das Ziel. Anders gesagt: Jedes einzelne aller menschlichen Individuen ist frei für eine vollendete Entwicklung des eigenen, einmalig persönlichen Potenzials – und somit seiner Natur nach frei von Zwängen und Fremdbestimmung.
Yoga zu beschreiben, heißt, jedem Menschen die Tatsächlichkeit seiner realen und ungebundenen Freiheit nahezubringen – dies etwa mit einem Frageansatz wie dem Folgenden: Wie kann jeder Mensch individuell erfahren, dass er innerlich frei, unabhängig von anderen, mit einem hoch entwickelten Quantum an Eigenkräften versehen, und dennoch eingefügter Teil menschlicher Gemeinschaft ist?
Yoga ist immer und zuerst die Lehre über die eigene Freiheit:
(a) von der alltäglichen Ablenkung für die Konzentration (“Raja-Yoga”),
(b) von körperlichen Reflexen für die Fähigkeit, den Körper zu beherrschen (“Hatha-Yoga”),
(c) von den Strukturen bisherigen Wissens für den Erwerb weiterer neuartiger Erfahrungsebenen (“Jnana-Yoga”),
(d) von dem Willen, sich selbst zu genügen hin zu der Bereitschaft, zu dienen (“Karma-Yoga”),
(e) von gefühlten Einschränkungen für die Fähigkeit, sich als Teil des Göttlichen zu begreifen (“Bhakti-Yoga”),
(f) von den anerzogenen Begriffen über die Realität für die Wahrnehmung einer transzendentalen Wirklichkeit
und
(g) von einem anerzogenen Verständnis für Musik und Gesang für eine Erfahrungswirklichkeit der eigenen Person als individuell schwingenden Klangkörper (“Mantra-Yoga”).
Folglich – und dies versteht sich von selbst – gehört es gewissermaßen zu einem “allgemeinen yogischen Grundsatz” das eigene Ich davon als frei zu empfinden, sich selbst zu Empfindungen und Aktionen reizen zu lassen, die etwas mit Neid, Eifersucht und Gewalt zu tun haben. Die wichtigen Reize für den eigenen Menschen liegen in ihm selbst – damit umzugehen, erfüllt ein Menschenleben zur Genüge. Das, so könnte man als eine der berechtigten Antworten kennzeichnen, ist Yoga.
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
24.04.2010
Ein natürliches Herzmittel – frei Haus und in Mengen
Im Jahre 2005 wurde eine Studie mit 24 Personen durchgeführt, wahllos Männer und Frauen. Bei der Hälfte handelte es sich um professionelle Musiker mit mindestens 7 Jahren Berufserfahrung, die anderen waren musikalische Laien. Jedem Teilnehmer wurden Teile kurzer Musikstücke verschiedener Art und Schnelligkeit (eine Gesamtauswahl mit einer Länge von vier Minuten) vorgespielt, nämlich indische Klassik, Beethovens Neunte, Rap, Vivaldi, Techno und Anton Webern – jedem wurde durch einen Zufallsgenerator eine zweiminütige Pause in sein persönliches Programm eingebaut.
Während des Musikhörens waren die Probanden an Atem- und Pulsmessgeräte angeschlossen, sodass sich nun folgende Ergebnisse ergaben: Schnellere Musik (und komplexere Rhythmen) erhöhen beim Hörer die Atmung und die Herzschlagfrequenz (unabhängig davon, welchem Stil die Hörprobe angehörte: Techno und schnellere Klassik haben denselben Effekt.) Je schneller die Musik, desto höher die körperliche Anteilnahme bzw. Erregung. Entsprechend war es bei langsamen Stücken umgekehrt: Am beruhigendsten war indische Klassik – bei diesem Stil war bei jedem Probanden das langsamste Maß an Herzschlag zu beobachten. Ebenso fiel bei allen der Grad der körperlichen Erregung während der zweiminütigen Pause jeweils viel schwächer aus, als er zu Anfang gemessen wurde; bei den professionellen Musikern war dieser Effekt regelmäßig deutlicher (sie sind ja darauf eingespielt, ihren Atem mit musikalischen Hörsequenzen zu synchronisieren).
Die Anzahl der Gesamtteilnehmer einer Studie sind nicht für die grundsätzliche Bedeutung einer solchen bedeutsam. Sondern der Ausgang zeigt, dass es die Naturgesetze selbst sind, die den Menschen, der ebenfalls diesen Gesetzen zugeordnet ist, heilen oder schaden, fördern oder hindern können. Es sind dies musikalische Ton- und Melodienverläufe, die Herzmittel unnötig machen – zumindest sollte Musik als Therapie immer zunächst in praktische Erwägung gezogen werden. Akustische Wellen können in der Tat auch tatsächlich heilen.
Deshalb gilt: Alles, was im Alltag “aufregt”, erregt, ärgerlich macht (oder auch aggressive) hat es weniger verdient, “rausgelassen (was neuen Stress verursachen würde)”, oder gar mit einer “chemischen Keule” bearbeitet zu werden, sondern langsame Musik beruhigt – daraus folgt: Für die Gesundheit ist es nicht wichtig, “worüber” man sich aufregt, sondern nur “dass”. Und das kann man natürlich klingend besiegen.
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22.04.2010
Unversehrte Natürlichkeit, geheimnisvolle Weiten und Steinformationen: Der Reiz des Außergewöhnlichen
Als ausgenommen abwechslungsreiche Landschaft bietet sich dem Reisenden der Südwesten Englands. Bedeutend für die Natur überhaupt, für den Wissenschaftler und für denjenigen, der das Erlebnis weit gestreuter, aber selten so noch einmal auf der Erde vorkommender Biodiversität als überwältigende Erfahrung wertschätzt: Vogelarten, die als bedroht eingestuft wurden, Pflanzen, die nur selten vorkommen, aber auch Stätten, die für die Archäologie einen entscheidenden Stellenwert haben, machen den Besuch in Südwestengland nicht nur zu einem Urlaub, sondern zu einer Lebenseinstellung, die berührt und sich als Kleinod jenseits von alltäglicher Hektik einprägt.
Über 953 Quadratkilometer Fläche hat Dartmoor – eine Moorlandschaft unendlicher Weite, die – wie Exmoor auch – die Nordküste Englands als Panorama bietet; dies zu erfahren, steht sowohl Langstreckenwanderern als auch Radfahrern unerschöpflich zur Verfügung. Nahe Torquay, in den Kalksteinhöhlen, können die ältesten Zeitzeugen der Besiedlung in Großbritannien besehen werden. Steinkreise, Steinreihen und Menhire zeugen von klaren und jahrhundertealten Traditionen kultureller Konzepte – oft werden diese Funde als Gräber verstanden, jedoch sind noch nicht erschlossene Bedeutungen möglich.
In Cornwall liegt das Bodmin Moor: Hier siedelte man vor 4.000 Jahren, in der Bronzezeit begann hier die Landwirtschaft. Auch hier: Steinkreise und Hügelgräber verteilen sich für einen Betrachter bis zum Horizont, “Brown Willy” gilt mit 420 Metern als höchster Hügel in Cornwall.
Stonehenge befindet sich in Salisbury Plain, ist von der UNESCO 1986 als Welterbestätte anerkannt und konnte bisher in seiner Entstehung zwischen 3100 (Frühphase) und 1600 v. Chr. datiert werden: Drei unterschiedlichen Kulturen war dieser Platz heilig. Es handelt sich um angelegte Gräben, die von einer konzentrischen Megalithstruktur aus den Jahrhunderten zwischen 2500 v. Chr. und 2000 v. Chr. umgeben sind.
Weiterhin das Binnenland von Dorset: Juraküste, Heidelandschaften und Hügelanlagen sind in ihrem optischen Eindruck und ihrer natürlichen Bedeutung jahrhundertelang erhalten geblieben. In Somerset befinden sich die Mendip Hills. Über diese Gegend ist das Bestehen eines jahrmillionenalten Höhlensystems bekannt: Die größte befindet sich in der Felsschlucht mit dem Namen Cheddar Gorge.
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20.04.2010
Auf dem Pfad zur Achtsamkeit – des Ungewohnten gewahr werden
Die Fähigkeit, sich nahezu meditativ zu konzentrieren, scheint doch einfacher zu erwerben zu sein, als zuweilen gedacht: Hin und wieder ist von langwierigen Prozessen der Einübung die Rede, doch jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dies möglicherweise sogar mit einer gewissen Leichtigkeit erlernbar sei: Personen, die eine elementare buddhistische Meditationsmethode praktizieren, können ihre Konzentrations- und Geistesfähigkeiten nicht nur deutlich verbessern, sondern auch weit bessere Ergebnisse erzielen – im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Diese deutliche Verbesserung ließ sich bereits nach vier Tagen Gesamtversuch und 20 Min. Meditationstechnik täglich entschieden beobachten – der Versuch fand seine Veröffentlichung in der 2. Aprilausgabe 2010 der Fachzeitschrift “Consciousness and Cognition”.
49 Teilnehmer wurden zufällig in gleichen Teilen in zwei Gruppen aufgeteilt. Der einen Gruppe wurden täglich Passagen aus “Der kleine Hobbit” von Tolkien laut vorgelesen, die andere erhielt zu gleichen Zeiten und im gleichen Umfang Meditationstraining. Vor und nach diesen jeweiligen Sitzungen wurden die teilnehmenden Personen einer vergleichbaren Palette von Verhaltenstests unterzogen, deren Ergebnisse präzise Einschätzungen über Stimmung, Merkfähigkeit, fotografisches Gedächtnis, Aufmerksamkeitsvermögen u. a. zuließen.
Diejenigen, die an den Meditationen teilgenommen hatten, konnten sämtliche Tests kurz vor dem Abschluss des Versuchs mit einer weitaus und bemerkenswert höheren Punktzahl abschließen im Vergleich zu ihrer eigenen Leistung ähnlicher Tests zu Beginn und im Vergleich der durchgängigen Leistung der Kontrollgruppe. Wesentliche Auffälligkeiten waren: Die “erfolgreiche” Gruppe konnte weit höher unter Zeitdruck punkten und weit höher sich an Computerbilder erinnern, die sie vorher einmal ohne bewussten Hinweis wahrgenommen hatten. Hier genau z. B. war die Leistung der “Meditationsgruppe” zehnmal höher als die der anderen.
Bei der eingesetzten Meditationstechnik (die unter dem englischen Begriff “mindfulness” in diesem Zusammenhang bekannt ist) handelt es sich um buddhistische Traditionselemente, die einen Teilnehmer mit geschlossenen Augen darauf konzentrieren lassen, zehn oder zwanzig Minuten lang den Atem an der eigenen Nasenspitze zu erspüren. Zufällige Gedanken werden geduldet, aber nicht willkürlich festgehalten. Das Prinzip, sonst im Alltag unbeachtete körpereigene Wahrnehmungen in den Vordergrund zu stellen, ist hierbei entscheidend.
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19.04.2010
Geschützt: Geburtstagsgeschenk
Autor: Silvio Fritzsche · Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.


