24.02.2010
Mensch, lebe nach vorne
Das menschliche Bewusstsein ist anfällig für Experimente der Sprachlogik, die sich beinahe ideologisch jahrzehntelang hielten, vielleicht noch halten. “Anfällig” meint hier: Die Mauern, die zunächst nur in Gedanken formieren, werden zu Worten und gehen dann in die Stimmung und das Gesamtverhalten ein. Die Rede soll hier von der sprachlichen Einengungsstrategie sein, die besagt, dass es im Alter nicht mehr alles so einfach gehe. Verschiedene Generationen sagen dies vor sich hin, einzelne Personen setzen diese Formulierung zu jedem beliebigen Alter ein: Manche mit 40, manche mit 60, manche warten mit 70 auf den, der sie heimholt.
Was für eine Verschwendung menschlichen Geistes und energetischer Kreativität! Nicht nur, dass das menschliche Gehirn bis in die letzte Minute fähig bleibt, mit derselben Effizienz neuronale Aktivitäten zu bewahren, zu üben und zu steigern – ganz wie es die Struktur eines Gehirns, solange es da ist, dringend einfordert. Einzig und allein stimmt es, ließe man seine Muskeln in Ruhe, würden diese an Behändigkeit verlieren. Jedoch beginnt man damit, Sport zu seinem Freund zu machen – und seien es nur 30 min innerhalb von 24 Stunden, so kann, wie es auch Professor Banzer (Sportinstitut Universität Frankfurt) zu Protokoll gibt, ein 65-Jähriger den 25-Jährigen weitläufig überholen. Man hört auch von Bergbauern, die noch mit über 80 Jahren rustikal ihre Tiere im Griff haben. Das Klima dort? Zu einem Bruchteil kann dies mit der Grund sein, vielleicht. Doch viel wichtiger: Sie sind jeden Tag draußen – jeden Tag Ritual, Muskeltraining, Kondition – jeden Tag, genau hiermit, eine Aktivierung des Verdauungstrakts, besser als es asiatische Joghurtkulturen vermögen. Anderes Beispiel: Bei im Alter von 90 verstorbenen Ordensschwestern fand man Alzheimer-Strukturen im Gehirn. Doch sie waren, so wusste jeder, mit der größten Bewusstseinsklarheit eingeschlafen.
Des Menschen Auftrag lautet: Nach vorne sehen, nach vorne leben, nach vorne lernen. Die Altersangabe steht im Personalausweis. Dort kann sie in Vergessenheit geraten.
Autor: Mike Müller · Kommentieren
21.02.2010
Im Inneren Ruhe erfahren – und nach außen hin bewusst leben
Demjenigen, der gewohnt ist, mit gesundem Menschenverstand und einem Rest Verantwortungsbewusstsein sich selbst und seiner Umwelt zu begegnen, hat sich nicht feiernd in das neue Jahrtausend und durch dessen erstes Jahrzehnt bewegt. Gewahr wird man sich der Paradoxie, der menschliche Geist sei zu Höchstleistungen fähig, jedoch gleichzeitig aktiv damit beschäftigt, sich selbst die Lebensgrundlage zu entziehen. Kanada baut Wald ab, um Öl auszugraben – in Mengen, die es vorher nicht gab. Atomkraftwerke wird es weiterhin geben, auch Braunkohlekraftwerke. Womit das eine Land die Umwelt schont, davon hat ein anderes noch nie gehört. Kurzum: Was kann das Individuum tun? Die Antwort ist einfach: Den eigenen Blick beizubehalten, zum Missionar des Pantheismus werden. Und nicht mehr in den Urlaub reisen, um selbst nicht den Flugverkehr zu unterstützen.
Oder doch zum Urlaub? Die C-B-R Freizeitmesse in München, die vom 18. bis 22. Februar 2010 veranstaltet wird, überlässt das umweltbewusste Denken nicht nur mehr dem Privatraum. Zum Beispiel besuche man Stand 318 bzw. 325. weiterlesen »
Autor: Mike Müller · Kommentieren
20.02.2010
Mensch, suche das Nützliche
Wellness ist das Gegenteil von Illness (Krankheit) – klingt sprachlich logisch. Und vermutlich ist es auch so einfach. 1654 wurde das Wort bereits als “gute Gesundheit” definiert. Geht man jedoch der Frage nach, in welchen Zusammenhängen dieser Begriff im deutschen Sprachraum vorkommt, scheint diese Eindeutigkeit keinesfalls gegeben zu sein: Ob es um Mineral-, Salz-, Schwimmtherapie oder so vieles andere geht – ob Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Wort “Wellness” markiert werden, bleiben die folgenden Fragen dem Grunde nach offen: Hat jeder Wellness nötig? Sind es nur Zielgruppen? Oder geht es nur um Kurpatienten? Ist in Wirklichkeit jeder krank? Oder nur dann gesund, wenn man einmal im Monat etwas “genommen” hat, das mit “Wellness” gekennzeichnet war?
Alles, was in der menschlichen Sprache mit dem Begriff “Ideal” gekennzeichnet wird, hat keine Entsprechung in der Wirklichkeit. Das heißt: Es gibt keinen Menschen (auch keinen Wellness-Kunden), der den idealen Gesundheitszustand erreicht – nicht nach den Kriterien auch nur irgendeiner medizinalen Wissenschaft. Anders gesagt: Die ideale Wellness gibt es nicht. Keiner macht sicherlich etwas falsch, wenn er sich nicht bewusst vergiftet, wenn er in Zufriedenheit seine körperlichen (und auch seelischen) Grenzen akzeptiert und wenn er sich schadhaften Impulsen aus seinem direkten Umfeld (Lärm-/Luftverschmutzung) abwendet. weiterlesen »
Autor: Mike Müller · Kommentieren
20.02.2010
Dein Körper ist wie ein Bankkonto
»Der Körper ist wie ein Bankkonto. Nur wer genügend einzahlt, kann auch etwas abheben.« Andrea L’Arronge.
In Zeiten einer Wirtschafts- und Finanzkrise kann dieser Vergleich für manchen etwas irreführend sein. Aber näher betrachtet stimmt er Vergleich. Genau wie große Teile der Bevölkerung eigentlich über ihre Verhältnisse leben und mehr abheben, als einzahlen – und sich so immer mehr verschulden, geraten wir auch mit unserem Körper in die roten Zahlen. Das geht eine ganze Zeit gut und dann gibt es einen Knall. Auf dem Finanzmarkt platzt die Blase aus Überbewertungen und undurchsichtigen Finanzprodukten und es werden Regelungen der Harmonisierung und Selbstkontrolle gefordert. Und persönlich auf unseren Körper gesehen, fallen wir in tiefes Loch und sind alles andere als in unserer Mitte. Die Yoga-Philosophie beschreibt ein Zurück zum einfachen Leben mit mehr Zufriedenheit und Respekt gegenüber jedem Mitmenschen. Mögen wir alle glücklich und frei sein. Lasst uns auf unser Bankkonto aber auch auf unser Körper-Konto mehr einzahlen als abheben und gönnen wir uns Momente des Rückzug und der Ruhe. Die stressgeplagten New Yorker Broker machen nun auch Yoga und atmen die Finanzkrise für ein paar Minuten weg.
Autor: Gesine Richter · Kommentieren
19.02.2010
Atme ruhig und verliere den Schmerz
Der Mensch atme langsam, intensiv und bewusst – so wie es die Yoga-Lehre vorschlägt – und werde fähig, genau dadurch eigenen körperlichen Schmerz auf ein Minimum zu reduzieren. Und zusätzlich trägt er dazu bei, emotional ruhiger zu werden. Ergebnisse eines wissenschaftlichen Versuchs legen dies nahe, der an der Universität in Tempe, Arizona, USA durchgeführt und in der aktuellen Ausgabe des medizinischen Fachorgans “Pain” veröffentlicht wurde.
Die Studie erhob Messwerte über das Schmerzempfinden einer Kontrollgruppe von 27 Frauen, die unter Fibromyalgie (einer chronischen Schmerzkrankheit) leiden sowie einer Versuchsgruppe von 25 Frauen desselben Alters. Es stellte sich nun heraus, dass die Frauen, die begonnen hatten, langsamer zu atmen, immer weniger messbar gegen einen gemäßigten Schmerzimpuls reagierten, der ihnen mechanisch auf dem Handballen zugefügt wurde. Zudem stuften sie aus eigenem Empfinden heraus den Schmerz als geringer ein und erklärten, sie fühlten sich emotional wohler, sobald sie ihre Atemfrequenz um die Hälfte verringerten. Dieser Effekt ergab sich jedoch in einer deutlicheren Weise bei der Versuchsgruppe weiterlesen »
Autor: Gesine Richter · Kommentieren


