28.06.2010
Für die meisten ist die Atmung eine Selbstverständlichkeit. Sie kommt und geht ganz automatisch, 24 Stunden am Tag und unser Leben lang, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen müssen. Erst wenn sie nicht so passiert, wie wir das erwarten, registrieren wir ihre lebenswichtige Funktion. Z. B. wenn wir schlecht Luft bekommen während einer dicken Erkältung.

Ujjayi-Pranayama in Kärnten; Juni 2010. Das Hören des Tons bei der Ausatmung
© Foto: Yogatraumreise
Im Alltag schöpfen wir meist unser mögliches Atempotenzial (Lungenvolumen) gar nicht aus. Das bedeutet, dass wir nicht den vollen Umfang nutzen, um unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen.
Atmung bedeutet Leben – und das nicht nur im Yoga!
Im Yoga verbindet die Atmung unseren Körper mit dem Geist. Man sagt, sie sei die Brücke zwischen der inneren Einstellung und Entschlossenheit. Sobald die Atmung schneller und flacher wird, signalisiert uns unser Körper, dass wir unsere „Grenze“ überschritten haben. Die Atmung hilft uns also zwischen einem „noch ein bisschen mehr“ und „zu viel“ zu unterscheiden – ziemlich praktisch. Schwierige oder neue Yoga-Haltungen stellen uns Yogis vor besondere Herausforderungen. Es entsteht ein Spiel mit der eigenen, individuellen Grenze. Mit Hilfe einer konzentrierten Atmung beeinflusst man das Durchhaltevermögen auf positive Art und Weise und kann seine Grenze evtl. weiter verschieben. weiterlesen »
Autor: Diana Rick · Kommentieren
27.04.2010
Die Natur strebt stets nach Vollendung – jeder einzelne Organismus, der entsteht, hat Funktionen und Kräfte, die ihm für den Notfall zur Verfügung stehen: Selbstheilungskräfte sind in Fülle vorhanden, auch im Menschen und zuweilen wirkungsvoller als vielversprechend etikettierte Apothekenprodukte. Die wundersamen, jedoch grundsätzlich vorhandenen Körperenergien verlangen im Ernstfall nur eines: die Chance des Aktiviert-Werdens.
Loma Linda University, Psychologisches Institut, Kalifornien, Frühjahr 2010: 14 Freiwillige werden in zwei Gruppen aufgeteilt – die Eine sieht sich humorvolle und komödiantisch erheiternde Sketche zuerst via Bildschirm an, die Andere einen Kriegsfilm. Die Andere erhält dieselben Programmteile zu Gesicht, nur in umgekehrter Reihenfolge. Allen Zuschauern wurde während der Darbietung der Blutdruck gemessen – gleichfalls an zwei Fällen der Hormonspiegel (Grehlin, Leptin) um den Appetit messbar herzuleiten. Für diesen Versuch ergaben sich jeweils höchst positive Werte genau dann, während die Probanden dabei waren, über die Sketche in herzhaftes Gelächter auszubrechen.
Wie allgemein bekannt, gelten Versuche mit Gruppen dieser Größenordnung grundsätzlich und in erster Linie für eines: Als Ansatz zum Weiterforschen. Jedoch dieser scheint vielversprechend: Warum sollten Singles (auch ältere), die einsam wohnen und denen es mehr und mehr an Lust mangelt, geregelte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, nicht öfter das körpereigene Antidepressivum und Ausgleichshormon über die Teilnahme an erheiternden Tagesprogrammpunkten zu aktivieren lernen?
Lachen kann mehr, so weiß man von früheren Studien: Stress wird gesenkt (messbar sind hier die Hormone Kortison und Epinephrin), das Immunsystem gestärkt, Blutdruck und Blutfett verringert – kurzum: die Stimmung verbessert. Es ist (fast) wie Sport: Körperfunktionen “freuen” sich sozusagen, wenn man sich selbst den Angeboten für vernünftigen, klaren und reinen Frohsinn als Therapie unterzieht (wenn auch zunächst möglicherweise noch nicht mit der nötigen Lust, die sich dann aber steigert). Natürlich – Sport stärkt Muskeln, was Lachen nicht kann. Aber sonst: Erheiterte Menschen trotzen allem – auch den Tieflagen des Lebens. Am Rande bemerkt sei hier noch einmal die Einsicht Alfred Adlers: Ärger, der einem angetan wird, verfliegt just dann, sobald man sich mit etwas anderem beschäftigt – etwa mit dem Lachen. Hier nämlich Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, schadet – und nicht zu knapp.
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
24.04.2010
Im Jahre 2005 wurde eine Studie mit 24 Personen durchgeführt, wahllos Männer und Frauen. Bei der Hälfte handelte es sich um professionelle Musiker mit mindestens 7 Jahren Berufserfahrung, die anderen waren musikalische Laien. Jedem Teilnehmer wurden Teile kurzer Musikstücke verschiedener Art und Schnelligkeit (eine Gesamtauswahl mit einer Länge von vier Minuten) vorgespielt, nämlich indische Klassik, Beethovens Neunte, Rap, Vivaldi, Techno und Anton Webern – jedem wurde durch einen Zufallsgenerator eine zweiminütige Pause in sein persönliches Programm eingebaut.
Während des Musikhörens waren die Probanden an Atem- und Pulsmessgeräte angeschlossen, sodass sich nun folgende Ergebnisse ergaben: Schnellere Musik (und komplexere Rhythmen) erhöhen beim Hörer die Atmung und die Herzschlagfrequenz (unabhängig davon, welchem Stil die Hörprobe angehörte: Techno und schnellere Klassik haben denselben Effekt.) Je schneller die Musik, desto höher die körperliche Anteilnahme bzw. Erregung. Entsprechend war es bei langsamen Stücken umgekehrt: Am beruhigendsten war indische Klassik – bei diesem Stil war bei jedem Probanden das langsamste Maß an Herzschlag zu beobachten. Ebenso fiel bei allen der Grad der körperlichen Erregung während der zweiminütigen Pause jeweils viel schwächer aus, als er zu Anfang gemessen wurde; bei den professionellen Musikern war dieser Effekt regelmäßig deutlicher (sie sind ja darauf eingespielt, ihren Atem mit musikalischen Hörsequenzen zu synchronisieren).
Die Anzahl der Gesamtteilnehmer einer Studie sind nicht für die grundsätzliche Bedeutung einer solchen bedeutsam. Sondern der Ausgang zeigt, dass es die Naturgesetze selbst sind, die den Menschen, der ebenfalls diesen Gesetzen zugeordnet ist, heilen oder schaden, fördern oder hindern können. Es sind dies musikalische Ton- und Melodienverläufe, die Herzmittel unnötig machen – zumindest sollte Musik als Therapie immer zunächst in praktische Erwägung gezogen werden. Akustische Wellen können in der Tat auch tatsächlich heilen.
Deshalb gilt: Alles, was im Alltag “aufregt”, erregt, ärgerlich macht (oder auch aggressive) hat es weniger verdient, “rausgelassen (was neuen Stress verursachen würde)”, oder gar mit einer “chemischen Keule” bearbeitet zu werden, sondern langsame Musik beruhigt – daraus folgt: Für die Gesundheit ist es nicht wichtig, “worüber” man sich aufregt, sondern nur “dass”. Und das kann man natürlich klingend besiegen.
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
17.04.2010
Im Jahre 2009 wurde eine Studie der Öffentlichkeit aus Illinois, USA, präsentiert, die Meditation als wirksame Strategie gegen Einschlafstörungen bzw. chronische Schlaflosigkeit nahelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schlaftiefe, die absolute Schlafzeit, auch die Wachzeit, auch die Wachphasen nach Schlafbeginn eine höhere Qualität nach der meditativen Behandlung einnehmen. Gleiches gilt auch für die damit kombinierte – erfolgreiche – Behandlung von Depressionen. Der Versuchsleiter konnte – im Rahmen seines Versuches – feststellen, dass es nicht “die Schlaflosigkeit” als solche gibt, sondern es handelt sich sozusagen um ein 24 Stunden gleichermaßen andauerndes Hyperaktivitätsproblem, welches sich sowohl bei alltäglichen Verrichtungen oder Leistungsanforderungen zeigt, als auch gleichberechtigt in der Nacht (nur im letzteren Fall fällt genau dasselbe Phänomen eben deutlicher und mehr auf).
Der Versuch verlief wie folgt: 11 Personen zwischen 25 und 45 Jahren, die an chronischer Schlaflosigkeit litten, aber sonst keine körperlichen Beeinträchtigungen aufwiesen, wurden zwei Monate lang in eine Kontroll- und Versuchsgruppe aufgeteilt. Beiden Gruppen wurden tagsüber Informationen über gesundes Schlafverhalten zugeleitet, auch Gesundheitstipps über bessere Ernährung usw. Die Versuchsgruppe jedoch nahm noch täglich an Kriya-Yoga-Einheiten teil (eine Yoga-Methode, deren Erfolg grundsätzlich in der Behandlung von Hyperaktivität bekannt ist). Mitglieder dieser Gruppe empfanden nach den zwei Monaten, dass sie tiefer schliefen und im Gegensatz zu ihrer vorherigen Depressionsneigung viel bereiter dazu waren, Glück zu empfinden. Eine ähnliche Entwicklung war in der Kontrollgruppe nicht zu beobachten.
Das Üben von Kriya Yoga entwickelt gleichzeitig Seele, Geist und Körper. Als Technik nutzt Kriya Yoga wissenschaftlich überprüfte Strategien und folgt den Grundsätzen der Atemkontrolle. Dies, so die asiatische Literatur, macht den Menschen zum Herrn vielfältiger Stimmungen, vermittelt tiefe Ruhe und kann zu einem ausgeglichenen Lebensstil führen. Von ihren Inhalten her ist Kriya Yoga auf ein pantheistisches Weltbild orientiert: Der Mensch, so darf empfunden werden, ist ständig Teil des Göttlichen – die Gegenwart jener höheren Energie darf stets für den Einzelnen spürbar sein.
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
13.04.2010
Die Kapland-Pelargonie gehört zu den südafrikanischen Heilpflanzen. Tropfen, aus dieser Pflanze hergestellt (nämlich aus der Wurzel), enthalten Flavonoide und Cumarine. Flavonoide sind pflanzliche Wirkstoffe, die gefäßverstärkend wirken, entzündungshemmend, gegen die Wirkung von Histaminen, gegen Viren, gegen Krämpfe – verlieren jedoch ihre Wirkung bei (bei ungefähr gleichzeitigem Milch(speisen)verzehr. Histamine sind eigentlich Neurotransmitter, die Abwehrreaktionen bei Erkältungen und Infektionen erzeugen: Der als unangenehm empfundene Juckreiz gehört dazu. Cumarine sind pflanzliche Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen – sie sind nicht nur eigentlich für Herz-/Kreislaufpatienten bestimmt, sondern können in größeren Mengen eher schädlich sein (auch in kleinen Mengen schon dann, wenn sie mit dem Schmerzmittel ASS eingenommen werden).
Warum wird diese Pflanze hier vorgestellt? Sie ist ein Beispiel dafür, was in einer Apothekenzeitschrift gegen Erkältungen empfohlen wird – es ist sogar davon die Rede, dass die Symptome unterdrückt würden. Wie man jedoch sieht, ist dieser “Apothekenrat” – wie viele andere auch – nicht naiv, sondern kritisch zu lesen. Entzündungshemmend, das wäre lediglich interessant bei einer fiebrigen Infektion. Aber eine Virenwaffe bei einer Erkältung? Oder die Histamine zu binden, d. h. die natürliche Arbeitsweise des Immunsystems zu verhindern? Es steht ebenfalls nicht in der Apothekenzeitschrift, dass Milch als Gegenmittel wirkt und warum Blutgerinnung schlecht bei Erkältungen ist.
Ein Beispiel sollte dies sein und Ratschlag an den geneigten Leser, der “Angst” vor einer Erkältung oder einer grippalen Infektion hat – kurieren Sie sich aus! Wenn es Sie “erwischt”, seien Sie Mensch, trinken Sie viel (reines Wasser!), vielleicht auch Kamillentee, sagen Sie alles für drei Tage ab und schlafen Sie (auch tagsüber) in einem dunklen Zimmer (ohne viele anstrengende Sinnesreize, deswegen). Die Antikörper, die Abwehrkräfte, die Ihr Körper dann bildet, sind für das nächste halbe Jahr wertvoller als jede afrikanische Pflanze, die exotisch klingt, aber nicht so viel zu tun hat mit den Selbstheilungskräften des menschlichen Körpers. Und wenn Ihnen doch noch irgendwann Apothekenwerbung zu nahe kommt: Prüfen Sie die Inhaltsstoffe im Internet gegen. Da gibt es zuweilen Überraschendes.
Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren
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