1.05.2010
Die Ruhe vor und in der Prüfung
Prüfungsangst ergibt sich aus zwei Ursachen: Erstens ist es die Sorge vor einem Ereignis, bei welchem man versagt und zweitens ist es die Reaktion des Körpers auf diese Sorge: Aufregung, Schwitzen, Unruhe. Oder schlimmer: Konzentration und Erinnerungsvermögen werden gelähmt für die Prüfung und für den Lernprozess. Genau hier können Atemübungen des Yogas helfen: Man versetze sich in der Prüfungszeit schon jeden Tag nur 30 Minuten in die Einheit eines Atemtrainings und versuche, während dieser Zeit den Atem auf sechs Mal in der Minute zu senken. Der Körper empfindet sich als Einheit und als Ganzes (welches auch nicht durch zu erwartende oder auch verfehlte Prüfungstermine aller Art gestört werden kann), das Gehirn wird optimal mit Sauerstoff durchblutet und – vor allem: Man kommt zur Ruhe (zu einer so vollständigen Ruhe, wie es möglicherweise vergleichbar ist mit gregorianischem Stundengebet).
Die Wahrheit nämlich ist: Es handelt sich bei der so bezeichneten “Prüfungsangst” genau genommen um zwei Phänomene. Das gute Phänomen (eine gewisse Hyperaktivität, ein gewisses “Aufgedrehtsein”) schürt geradezu die Konzentration und lässt gezielt das im Gehirn ablaufen, worauf es ankommt – dies ist auch unter “Lampenfieber” bekannt. Man ist gespannt, agiert gezielt und konzentriert und macht keine Fehler. Das “schlechte Phänomen” wird jemandem durch die Außenwelt vermittelt und definiert Versagen an einem ganz bestimmten Tag als etwas, vor dem man Angst haben sollte. Doch wenn es wirklich um eine Prüfung im Bereich Schule/Studium geht, ist hier nichts von einem ganz bestimmten Tag abhängig: Jede Prüfung lässt sich wiederholen – und die Zeit für die erste Prüfung ist nicht verloren, sondern man konnte sogar (bei einer zweiten Prüfung) die Chance nutzen, sich doppelt so lange, auf geforderten Stoff vorzubereiten. Und das Wort “Versagen” dürfte es eigentlich nicht geben: Denn die menschliche Natur trägt es in sich, dass sie nicht wie eine sauber programmierte Maschine agieren kann. Somit ist es völlig natürlich, sich als Mensch zuweilen in Abweichung von Erwartungen zu verhalten. Das darf man jedem antworten, der versucht, hier Angst zu erzeugen. Bei beiden dieser Phänomene hilft nun der Weg, gemäß Yoga zu atmen, ausgleichend und kräftebündelnd.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback









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