29.04.2010
Geologie, Geister und Greifvögel – die Faszination geschützter Naturweite
Der “Forest of Bowland” befindet sich nordöstlich Lancashire in England und besticht durch seine tiefen, grünen Täler und sein Vorkommen von Torfheide und weite Moorflächen. Er wird landläufig als “Schweiz Englands” bezeichnet und ist bereits seit 1964 zur “Area of Outstanding Natural Beauty” erklärt worden, dem auf den Britischen Inseln üblichen Begriff für “Naturschutzpark”. Für Wanderer und Radfahrer ergeben sich malerische, weitläufige und lohnende Strecken, Moor und Heideland gelten in ihrer Einzigartigkeit und ihrem ursprünglichen Reichtum als “Gebiete speziellen wissenschaftlichen Interesses” (“Site of Special Scientific Interest”). Dies betont nicht nur die Wichtigkeit, Proben aus diesen Gebieten zu konservieren und zu analysieren, sondern klassifiziert den Grad des Naturschutzes hier als einen sehr hohen. An Tierarten ist die übliche Vielfalt für fruchtbare Sumpfgegenden zu betrachten, hervorzuheben ist jedoch hier das Schottische Moorschneehuhn als Symbol genau dieses Gebietes und die Kornweihe, eine habichtartige Greifvogelart, die für Deutschland auf der Roten Liste steht, hier jedoch nicht nur allerorten beobachtet, aber auch anhand ihrer fröhlich und idyllisch anmutenden Rufe geortet werden kann.
Zwar etwas isoliert gelegen, dennoch aber gleichberechtigt zum Teil jenes natürlich-ruhigen und typisch englischen Landschaftsjuwels zählend, erhebt sich mit 557 m über dem Meeresspiegel der torfbedeckte, bereits spätestens seit der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren existierende “Pendle Hill” – wobei beide Namensteile gleichermaßen “Hügel” bedeuten, jedoch teilweise aus dem Kumbrischen und aus dem Altenglischen stammen. Historisch sind hier aus dem Jahre 1612 Hexenprozesse bezeugt, aus dem Jahre 1661 naturwissenschaftliche Experimente, die der modernen Astronomie entscheidend den Weg bahnten und aus dem Jahr 1652 die Gründung der religiösen Gemeinschaft der Quäker. Ebenso ist bereits auf dem Gipfel eine Begräbnisstätte aus dem Bronzezeitalter (3000 v. Chr.) dokumentiert.
“Pendle Hill” wird innerhalb der Britischen Inseln eine mystische Symbolkraft zugewiesen: Spuk, Hexenkraft oder als hautnah erlebt geschilderte Begegnungen mit Geistwesen werden traditionell mit dieser Erhebung in Verbindung gebracht; jährliche Gruppenwanderungen auf den Gipfel werden regelmäßig zu Halloween (31. Oktober) durchgeführt.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback



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