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20.04.2010

Auf dem Pfad zur Achtsamkeit – des Ungewohnten gewahr werden

Die Fähigkeit, sich nahezu meditativ zu konzentrieren, scheint doch einfacher zu erwerben zu sein, als zuweilen gedacht: Hin und wieder ist von langwierigen Prozessen der Einübung die Rede, doch jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dies möglicherweise sogar mit einer gewissen Leichtigkeit erlernbar sei: Personen, die eine elementare buddhistische Meditationsmethode praktizieren, können ihre Konzentrations- und Geistesfähigkeiten nicht nur deutlich verbessern, sondern auch weit bessere Ergebnisse erzielen – im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Diese deutliche Verbesserung ließ sich bereits nach vier Tagen Gesamtversuch und 20 Min. Meditationstechnik täglich entschieden beobachten – der Versuch fand seine Veröffentlichung in der 2. Aprilausgabe 2010 der Fachzeitschrift “Consciousness and Cognition”.

49 Teilnehmer wurden zufällig in gleichen Teilen in zwei Gruppen aufgeteilt. Der einen Gruppe wurden täglich Passagen aus “Der kleine Hobbit” von Tolkien laut vorgelesen, die andere erhielt zu gleichen Zeiten und im gleichen Umfang Meditationstraining. Vor und nach diesen jeweiligen Sitzungen wurden die teilnehmenden Personen einer vergleichbaren Palette von Verhaltenstests unterzogen, deren Ergebnisse präzise Einschätzungen über Stimmung, Merkfähigkeit, fotografisches Gedächtnis, Aufmerksamkeitsvermögen u. a. zuließen.

Diejenigen, die an den Meditationen teilgenommen hatten, konnten sämtliche Tests kurz vor dem Abschluss des Versuchs mit einer weitaus und bemerkenswert höheren Punktzahl abschließen im Vergleich zu ihrer eigenen Leistung ähnlicher Tests zu Beginn und im Vergleich der durchgängigen Leistung der Kontrollgruppe. Wesentliche Auffälligkeiten waren: Die “erfolgreiche” Gruppe konnte weit höher unter Zeitdruck punkten und weit höher sich an Computerbilder erinnern, die sie vorher einmal ohne bewussten Hinweis wahrgenommen hatten. Hier genau z. B. war die Leistung der “Meditationsgruppe” zehnmal höher als die der anderen.

Bei der eingesetzten Meditationstechnik (die unter dem englischen Begriff “mindfulness” in diesem Zusammenhang bekannt ist) handelt es sich um buddhistische Traditionselemente, die einen Teilnehmer mit geschlossenen Augen darauf konzentrieren lassen, zehn oder zwanzig Minuten lang den Atem an der eigenen Nasenspitze zu erspüren. Zufällige Gedanken werden geduldet, aber nicht willkürlich festgehalten. Das Prinzip, sonst im Alltag unbeachtete körpereigene Wahrnehmungen in den Vordergrund zu stellen, ist hierbei entscheidend.

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Autor: Silvio Fritzsche   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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