13.04.2010
Erkältung – na und?
Die Kapland-Pelargonie gehört zu den südafrikanischen Heilpflanzen. Tropfen, aus dieser Pflanze hergestellt (nämlich aus der Wurzel), enthalten Flavonoide und Cumarine. Flavonoide sind pflanzliche Wirkstoffe, die gefäßverstärkend wirken, entzündungshemmend, gegen die Wirkung von Histaminen, gegen Viren, gegen Krämpfe – verlieren jedoch ihre Wirkung bei (bei ungefähr gleichzeitigem Milch(speisen)verzehr. Histamine sind eigentlich Neurotransmitter, die Abwehrreaktionen bei Erkältungen und Infektionen erzeugen: Der als unangenehm empfundene Juckreiz gehört dazu. Cumarine sind pflanzliche Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen – sie sind nicht nur eigentlich für Herz-/Kreislaufpatienten bestimmt, sondern können in größeren Mengen eher schädlich sein (auch in kleinen Mengen schon dann, wenn sie mit dem Schmerzmittel ASS eingenommen werden).
Warum wird diese Pflanze hier vorgestellt? Sie ist ein Beispiel dafür, was in einer Apothekenzeitschrift gegen Erkältungen empfohlen wird – es ist sogar davon die Rede, dass die Symptome unterdrückt würden. Wie man jedoch sieht, ist dieser “Apothekenrat” – wie viele andere auch – nicht naiv, sondern kritisch zu lesen. Entzündungshemmend, das wäre lediglich interessant bei einer fiebrigen Infektion. Aber eine Virenwaffe bei einer Erkältung? Oder die Histamine zu binden, d. h. die natürliche Arbeitsweise des Immunsystems zu verhindern? Es steht ebenfalls nicht in der Apothekenzeitschrift, dass Milch als Gegenmittel wirkt und warum Blutgerinnung schlecht bei Erkältungen ist.
Ein Beispiel sollte dies sein und Ratschlag an den geneigten Leser, der “Angst” vor einer Erkältung oder einer grippalen Infektion hat – kurieren Sie sich aus! Wenn es Sie “erwischt”, seien Sie Mensch, trinken Sie viel (reines Wasser!), vielleicht auch Kamillentee, sagen Sie alles für drei Tage ab und schlafen Sie (auch tagsüber) in einem dunklen Zimmer (ohne viele anstrengende Sinnesreize, deswegen). Die Antikörper, die Abwehrkräfte, die Ihr Körper dann bildet, sind für das nächste halbe Jahr wertvoller als jede afrikanische Pflanze, die exotisch klingt, aber nicht so viel zu tun hat mit den Selbstheilungskräften des menschlichen Körpers. Und wenn Ihnen doch noch irgendwann Apothekenwerbung zu nahe kommt: Prüfen Sie die Inhaltsstoffe im Internet gegen. Da gibt es zuweilen Überraschendes.
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Autor: Silvio Fritzsche · 1 Kommentar · Trackback









1 Kommentar | Eigenen Kommentar schreiben
Kann ich nur befürworten, die meisten Infekte heilt man bzw. der eigene Körper ohne “harte Medikamente” der Schulmedizin, die Hausmittel noch aus “Oma`s Zeiten” sind oft genauso wirksam.
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