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8.04.2010

Kulturstädte 2011 – Reisen, staunen und erleben

Die finnische Stadt Turku bereitet sich auf ihren Auftritt als europäische Kulturhauptstadt (“Turku in Flammen”) im Jahre 2011 vor und bittet ihre Bürger, Ideen für eine diesbezügliche Gestaltung und Ausstattung einzureichen – nicht nur Turku, sondern auch Tallinn, die Hauptstadt von Estland ist im nächsten Jahr Kulturhauptstadt. In diesem Zusammenhang werden die beiden Städte miteinander zusammenarbeiten und es eben gerade nicht als das verbriefte Recht von bereits etablierten Sängern z. B. betrachten, hier “mitzumachen”.

An der Open-Air-Show am 15. Januar 2011 wirken z. B. 2.000 Stadtbewohner mit – alle 177.000 Einwohner haben das gleiche Recht, mitzuwirken und ließen bis jetzt ein Musical entstehen namens “1827 – Infernal Music” oder eine Fabrikhalle wurde zur 11.000-Quadratmeter-Fläche Ausstellungszentrum umgebaut – mit 1.200 Plätzen. Eine Reise wird dies wert sein – gerade auch wenn Künstler 876 Farbtöne in die Polarnacht projizieren wollen. Es handelt sich darum, darauf hinzuweisen, dass Turku bereits viermal nahezu durch einen Brand ausgelöscht wurde, sich dennoch immer wieder neu zu einer Art Kulturmetropole etablieren konnte.

Turku ist im 13. Jahrhundert gegründet worden und bildet gegenwärtig den drittgrößten Ballungsraum Finnlands, evangelischer Bischofssitz und Universitätsstadt. Die Stadt ist zweisprachig, nämlich auch schwedisch. Die Burg Turku liegt in der Nähe des Hafens – und ist das größte erhaltene mittelalterliche Gebäude im Land. Nach mehrfachen Umbauten ist sie nun in der derzeitigen Form seit dem 16. Jahrhundert so erhalten geblieben, wie es dem Renaissance-Stil entspricht. Im 2. Weltkrieg erlitt die Burg Beschädigungen, die nicht ohne Weiteres behoben werden konnten. So dauerte es nahezu 20 Jahre, nämlich bis 1961, bis Renovierungen sorgfältig historischen Grundlagen angepasst werden konnten und seither wieder, auch im Rahmen des nun bestehenden “Historischen Museums der Stadt Turku”, Besuchern Burggeschichte präsentieren. So wird Turku eine Reise wert sein im nächsten Jahr: Mut, Engagement und Bürgerinitiativen formen eine Ausstellung – dieselben Tugenden, die nur eine Geschichte des ständigen Wiederaufbaus möglich machen konnten und können.


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Autor: Silvio Fritzsche   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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