6.04.2010
Ein Versuch, Yoga und eine Korrelation
Meditation ist Tradition seit Jahrhunderten – mit dem Anspruch, die Seele zu beruhigen und inneren Frieden zu erlangen. Die Zeitschrift “Psychological Science” nun dokumentierte im Jahre 2009 die Beweisführung, dass eine bestimmte Form der Meditation vorübergehend die menschliche Fähigkeit schärft, Eindrücke des räumlichen Sehens quasi als bewusste Langzeiterinnerung zu speichern.
Es hatte immer schon Beispiele von buddhistischen Mönchen gegeben, die sich nahezu fotografisch eine visuelle Wahrnehmung stundenlang einzuprägen vermochten. Es ist hingegen normal, dass man eigentlich bereits nach wenigen Sekunden nicht mehr in der Lage wäre, jedes Detail eines Sichteindrucks zu erinnern. Nun hatte man an der George Mason University (Washington, D. C.) den folgenden Versuch durchgeführt:
Drei Gruppen Probanden bekamen die Aufgabe, sich in aller Deutlichkeit ein dreidimensionales Bild einzuprägen. Dann folgte die eine der göttlichen Yoga-Meditation, die andere einer beliebigen, nicht auf ein bestimmtes Bild fixierte Meditation und die dritte gar keiner Meditationstechnik. Danach wurden Aufgaben gestellt, die sich auf das Erinnern des dreidimensionalen Bildes bezogen (z. B. im Detail beschreiben oder es aus einer Anzahl anderer sehr ähnlicher Bilder herauszusuchen).
Die göttliche Yoga-Meditation beinhaltet, ein jeder möge sich auf ein Bild konzentrieren, was ihm am meisten bedeutet (normalerweise ein religiöses Bild des individuellen Glaubens), die andere Meditationsstrategie beinhaltet, sich gar kein Bild anzusehen, sondern seinen Gedanken zu folgen.
Bei diesem Versuch nun waren es die Yoga-Teilnehmer, die die Erinnerungsaufgaben am besten lösten; d. h., unabgeschlagen prägte sich bei ihnen am besten, sichersten und längsten das ursprüngliche Merk-Bild ein. Der Versuch ergab – wie so oft – nur eine Korrelation (eine zufällige Gleichzeitigkeit) und erklärte überhaupt nichts.
Aber die Hoffnung besteht, dass jahrtausendealtes Yoga doch einen bestimmten Sinn beinhaltet; insbesondere, wenn es hierbei darum geht, den menschlichen Körper als das zu sehen, was er ist, nämlich als einen Organismus, der nach außen und innen abgegrenzt ist und so den Auftrag der Stimmigkeit hat.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback



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