1.04.2010
Akupunktur schaltet Schmerz aus
Neue Forschungen im Jahre 2010 über die Wirksamkeit der Akupunktur auf das Gehirn scheinen ein erster Schritt dazu sein, die komplexen Wirkungswege der Akupunktur besser zu verstehen und diese Behandlungswege in einem breiteren Maße anwenden zu können. Denn: Die neueste Ausgabe der Zeitschrift Brain Research enthält Forschungsergebnisse, die kurz zuvor in den universitätsmedizinischen Abteilungen von York und Hull erworben wurden. Akupunktur hat demnach einen entscheidenden Effekt auf bestimmte neuronale Strukturen; nämlich Schmerzempfindungsbereiche im Gehirn werden völlig ausgeschaltet. Es ist nahezu das erste Mal, so ließen die beteiligten Neurowissenschaftler verlauten, dass man die Wirksamkeit von Akupunktur in einer beschreibbaren, intersubjektiv nachvollziehbaren und besser verstehbaren Weise feststellen konnte – bisher jedoch handelt es sich um eine Korrelationswahrnehmung. Das heißt: Ursache und Wirkung lassen sich noch nicht chemisch erklären.
In England wurde 2009 erstmals Akupunktur in den Katalog staatlich gedeckter Behandlungsmethoden aufgenommen. Als Indikationen gelten hier bereits leichte Rückenschmerzen, die dann entsprechend über drei Monate bei maximal 10 Sitzungen so behandelt werden. Weitere Forschungen in York sind damit befasst, die Wirtschaftlichkeit von Akupunktur ebenfalls für das Reizdarmsyndrom und Depressionen so abzuwägen, dass sie nicht privat, von Patientenseite aus, bezahlt werden müssen – so wie es bisher dort üblich war. Bisherige Studien haben bereits gute Behandlungsergebnisse bei Migräne oder auch Arthritis gezeigt. Würde nun Akupunktur tatsächlich vollständig für das Register der staatlich bezahlten Grundsicherung zugelassen, könnte eine beachtliche Palette an medizinischen Problemen ohne Nebenwirkungen, ohne Zusatzkosten und völlig chemiefrei behandelt werden. In Deutschland ist in Einzelfällen die Zahlung über die Gesetzliche KV bereits zugelassen, aber z. B. nicht bei Migräne.
Am frühesten in der Menschheitsgeschichte wird Akupunktur im 2. Jahrhundert vor Christus in China dokumentiert; in den darauf folgenden vier Jahrhunderten wurden im Lande dann von verschieden Ärzten ausführliche Beschreibungen bzw. Zeichnungen über insgesamt 160 Körperpunkte gesammelt, die per Nadel dann behandelt werden.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback



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