Yogatraumreisen

yogafrosch

22.03.2010

Heilung meint: Das Heil der Zufriedenheit finden

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ADHS und Yoga – zwei Dinge, die einander ausgleichen. Dies wird im Folgenden noch erläutert, doch zunächst zwei Vorbemerkungen:

(1) “ADHS” wirklich restlos aufzuschlüsseln, ist noch nicht wissenschaftlich mit absoluter Sicherheit gelungen. Von den mehr als 600 Neurotransmittern sind tatsächlich nur wenige wirklich bekannt, sodass der Begriff der Aufmerksamkeitsstörung sozusagen nur als eine Art “Dachbegriff” für gewisse Symptome beim Menschen verwendet wird, die mit bestimmten bekannten Behandlungsmethoden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit verändert werden können.

(2) Studien im Februar 2010 deuten darauf hin, dass ADHS-Patienten genetisch bedingt an einer Unterversorgung am Botenstoff Dopamin leiden. Dopamin ist gleichermaßen “zuständig” für das menschliche Empfinden, dass jemand belohnt wird und für die Koordination von Bewegung. Derjenige, der nun zu wenig Dopamin produziert, dessen

(a) “Zufriedenheitsschwelle” ist entsprechend höher (d. h. wir haben es mit weitreichend unzufriedenen, meist sogar ängstlich-beunruhigt-aggressiven-misstrauischen Menschen zu tun) und

(b) genau dieses zeigt sich an unkoordinierter, ungeduldiger Bewegung. Bei einem Teil derjenigen, die man als ADHS-Patienten nun klassifiziert, funktioniert es, dass eine Stimulanz den Dopaminspiegel auf “Normal-Niveau” hochregelt.

Die Folge: (a) und (b) fallen für die Wirkzeitdauer weg.

Lernt aber nun (3) ein ADHS-Patient, täglich Atemtechniken anzuwenden, die beim Yoga gelehrt werden, ist er in der Lage, zu lernen, Glück zu empfinden, dass er atmet. Langsam den Atem auf sich wirken zu lassen. Vier bis sechs Atemzüge in der Minute bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. oder 20. Lebensjahr, diese Übung 15 min täglich (oder Bewegungsübungen) und Folgendes ergibt sich (wiederholt in Versuchen): Schulleistungen bessern sich durch höhere Konzentration, Erinnerungsvermögen steigert sich. Selbstvertrauen, die Fähigkeit zum sozialen Tun ebenso. Schlafverhalten verbessert sich, Wutanfälle verringern sich.

Doch eine Beobachtung machen Therapeuten rundweg: Jenseits des Genetischen ist ADHS auch anerzogen. Will heißen: Neigen Eltern zur Unruhe, Wutanfällen und Aggression, lernt das Kind mit. Erstaunlicherweise gilt auch hier: ADHS (gleichwohl wie Störungen aller Art) kennen wohl einen oft vernachlässigten Therapieansatz, weder gesetzlich noch privat versichert. Die Rede ist von ruhiger, gütiger, verzeihender und geduldiger Elternliebe.


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Autor: Silvio Fritzsche   ·   1 Kommentar   ·   Trackback

1 Kommentar | Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Kommentar von Angelika Heinrich / Praxi am 23.03.10 um 15:52
  • Klasse Artikel! Als Therapeutin kann ich vor allem die Aussagen des letzten Absatzes, in welchem Sie darüber schreiben, dass ADHS auch anerzogen ist, voll bestätigen.

    Ihr Blog und Ihre Haltung zu Yoga, ganzheitlicher Gesundheit und Wellness sprechen mich überhaupt sehr an!

    Herzliche Grüße

    Ihre

    Angelika Heinrich, Tübingen

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