17.03.2010
Selbstsicher Mensch sein: Yoga als Angebot
In der Januar-Ausgabe (2010) der Zeitschrift Psychosomatic Medicine stellen Mediziner der Ohio State Universität einen Versuch vor: 50 Frauen (Durchschnittsalter 41 Jahre) führten zu drei Terminen belastende und entspannende Aufgaben durch. Versuchs- und Kontrollgruppe bildeten zwei gleiche Gruppen – eine hatte keine Yoga-Erfahrung, die andere zwei Jahre.
Aus der Tatsache, dass bei den Mitgliedern der “unerfahrenen Gruppe” jeweils durchschnittlich 41 Prozent mehr eines Proteins (Interleukin-6) im Blut vorhanden war, welches für Entzündungen im Körper verantwortlich ist , schlossen die Forscher, dass die dauerhafte Praxis von Yoga-Übungen schädigende Einflüsse im Körper gar nicht erst zulässt. Die Rede ist beispielsweise von Diabetes 2, Schlaganfall, Gelenkbeschwerden und Herzleiden.
Was bekannt war, dass Asana-Übungen die Blutzirkulation und die Lymphflüssigkeiten positiv beeinflussen – mit der Folge, dass der Körper zur Entgiftung angehalten wird und die Nährstoffe so verteilt, wie es notwendig ist. Atemübungen halten den Sauerstoffgehalt konstant; Hatha-Yoga wirkt auf Muskeln und Gelenke, um sie flexibel und elastisch zu halten.
Schließlich jedoch ist Yoga als Konzentrationsübung dazu gedacht, geistige Schärfe und den Blick auf sich selbst zu entwickeln. Doch, was heißt eigentlich “Yoga”?
– die Sanskrit-Wortwurtzel “yui” heißt “kontrollieren, vereinigen, steuern”
– eine andere, übersetzt vom “yujir samadhau”, bedeutet: “Kontemplation” oder “Vertiefung”
Es deutet sich somit Folgendes an: “Yoga” als solches ist nicht “eine Methode” oder “ein Mittel”, das alternativ zu anderen Rezepten steht, sondern Yoga, das in vielen Ländern unterschiedlich ausgeformt als solches präsentiert wird, ist eine Aufforderung: Gerade nicht abzuschalten. Was es nicht sein kann, ist Re-ligion, nämlich Rück-bezug. Sondern: Es ist für den Menschen eine Methode zum Selbst-Bezug. Nicht Heilmittel für alles, aber Mittel zur Früherkennung und Vorbeugung. Nicht die Lösung aller Probleme, aber die Erkenntnis dessen, dass Probleme, aus einer anderen Warte betrachtet, schlicht und ergreifend nur Aufgaben sind, ohne die es nicht möglich ist, zu reifen. Und grundsätzlich: Yoga ist nicht eine Ideologie – sondern eine mögliche Formel für Selbstsicherheit.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback







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