8.03.2010
Der momentane Energiefluss liegt in der eigenen Macht
Fühlen Sie sich gestresst? Wodurch? Der menschliche Körper definiert sich aus einer Vielzahl von Wahrnehmungsprozessen, von denen nicht alle per se unbewusst bleiben müssen. Der Weg: Das Bewusstsein erhöhen. Genauer: Das Bewusstsein für den Moment des Erlebens erhöhen, in welchem sich eine Person gerade jetzt befindet. Das ist der erste Schritt für das Yoga.
Zwei Fragen haben dieselbe Antwort, nämlich: “Wo fühlen Sie sich am meisten gestresst?” und “Wo ist es möglich, in meinem Alltag Yogaübungen zu vollziehen?”. Die Antwort lautet in beiden Fällen: “Am Arbeitsplatz”. Probanden in den USA wurden im Spätsommer letzten Jahres darum gebeten, acht Wochen lang täglich 20 Minuten ihrer Mittagspause für Yoga und Meditation zu verwenden. Ein Fragebogen, den sie vorher und nachher ausfüllten, enthielt die Informationen, dass sich vorher sehr gestresste Menschen (bei gleichen beruflichen Anforderungen) innerhalb der zwei Monate in ruhigere, ausgeglichenere Gemüter “verwandelt” hatten. Auch fiel es ihnen leichter, abends einzuschlafen.
Sicherlich könnte man jetzt die Studie im Einzelnen beschreiben. Doch wichtig – für diese Stelle – ist etwas anderes. Nämlich zu erörtern, was die Teilnehmer an diesem Projekt dazu gebracht hat, ihre (Alltags-)Welt in ein anderes seelisches Licht zu tauchen, obwohl selbstredend dieselben Prozesse auf ihren Schreibtischen und in ihren Führungsebenen weiterhin von ihnen verlangt wurden.
Der Hauptaspekt ist der Folgende: Yoga hat – sehr vereinfacht gesagt – zum Inhalt, sich der Stärke des eigenen Körpers, sich der Stärke der eigenen Konzentration bewusst zu werden. Indem dies geschieht, erfolgt die Einsicht, dass eine Deadline, eine Konferenz, ein Produktionsausfall oder die plötzliche Aufgabe einer Krankheitsvertretung weder die eigene Körperkraft noch die innere Konzentrationsfähigkeit faktisch beeinträchtigt. Anders gesagt: Ich werde mir in jedem Moment bewusst, dass Geschehnisse an meinem Arbeitsplatz tatsächlich nichts mit mir selbst zu tun haben, sondern sie bleiben sozusagen externe Vorkommnisse, Aufgaben, die die Außenwelt an mich richtet und die ich mit dem Bewusstsein erfüllen kann, dass ich die Macht habe, selbst zu entscheiden, meine Stimmung und Kraft nicht von ihnen beeinträchtigen zu lassen.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback



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