19.02.2010
Atme ruhig und verliere den Schmerz
Der Mensch atme langsam, intensiv und bewusst – so wie es die Yoga-Lehre vorschlägt – und werde fähig, genau dadurch eigenen körperlichen Schmerz auf ein Minimum zu reduzieren. Und zusätzlich trägt er dazu bei, emotional ruhiger zu werden. Ergebnisse eines wissenschaftlichen Versuchs legen dies nahe, der an der Universität in Tempe, Arizona, USA durchgeführt und in der aktuellen Ausgabe des medizinischen Fachorgans “Pain” veröffentlicht wurde.
Die Studie erhob Messwerte über das Schmerzempfinden einer Kontrollgruppe von 27 Frauen, die unter Fibromyalgie (einer chronischen Schmerzkrankheit) leiden sowie einer Versuchsgruppe von 25 Frauen desselben Alters. Es stellte sich nun heraus, dass die Frauen, die begonnen hatten, langsamer zu atmen, immer weniger messbar gegen einen gemäßigten Schmerzimpuls reagierten, der ihnen mechanisch auf dem Handballen zugefügt wurde. Zudem stuften sie aus eigenem Empfinden heraus den Schmerz als geringer ein und erklärten, sie fühlten sich emotional wohler, sobald sie ihre Atemfrequenz um die Hälfte verringerten. Dieser Effekt ergab sich jedoch in einer deutlicheren Weise bei der Versuchsgruppe, deren Teilnehmer nicht an chronischem Schmerz litten.
Es ging nicht um Yoga oder Meditation im Besonderen, jedoch konnten sich wissenschaftliche Erkenntnisse über das bewusste Atmen ableiten lassen. Genauer gesagt: Zum ersten Mal ergaben sich messbare Hinweise darüber, dass die Art und Weise eines Menschen, zu atmen und seine Schmerzempfindlichkeit (bzw. Reaktionsbereitschaft darauf) in einem direkten Verhältnis stehen.
Dr. Zautra, der Versuchsleiter, führt derzeit mit seiner Abteilung Forschungen durch, die hinterfragt, ob bewusste Meditation (wie sie als Prinzip des Buddhismus angewandt wird) sich in positiver Weise auf die Behandlung von Fibromyalgie auswirken könnte. Durch das langsame Atmen, so Zautra, schaffe man es, den sogenannten “Ruhenerv” (der die Erholung, Ruhe und Schonung im Körper steuert) gegen den Nerv auszusteuern, der für die Leistungssteigerung (Stress) im Körper verantwortlich ist. Beide dieser Nerven (medizinische Begriffe sind Sympathikus bzw. Parasympathikus) gehören dem vegetativen Nervensystem an, welches sich grundsätzlich nicht durch Absicht beeinflussen lässt. Hier böte sich nun eine Möglichkeit.
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Autor: Silvio Fritzsche · Kommentieren · Trackback



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