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18.02.2010

Kapalabhati Pranayamaa (Die Stossatmung)

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Kapalabhati (Kapala = Schädel, bhati = Licht, Glanz) wird übersetzt mit leuchtender Schädel. Warum diese Bezeichnung?

Energetisch gesehen aktiviert Kapalabhati das Sonnengeflecht. Die Energie steigt hoch zum Kopf und strahlt von dort aus. Der Name bezieht sich auf das Gefühl der Energieausstrahlung aus dem Kopf. Man kann mittels Mula Bandha (Wurzelverschluss durch das Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln), Visualisierung und Konzentration das Prana in die Su-shumna (Hauptnadhi) lenken und die Chakras aktivieren.

Körperliche Wirkung

Stärkt das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskeln. Reinigt die Lungen. Massiert Herz, Leber und Magen. Während der Periode des schnellen Atmens wird der Sauerstoffgehalt im Blut sehr stark erhöht. Das Blut wird dadurch alkalisch (basisch), was bestimmte Stoffwechselvorgänge und Entschlackung verbessert. Beim Atemanhalten steigt der Kohlensäuregehalt im Blut, was wiederum andere Stoffwechselvorgänge anregt und die Lungeneffizienz verbessert. Die Zeit des Atemanhaltens ist ein Trainingsreiz, der dazu führt, dass die Lungenkapazität sich erhöht, Kreislauf und Herztätigkeit verbessert werden. Kapalabhati hilft, die Atemwege (Bronchien, Alveolen, Luftröhre und Nasendurchgänge) zu reinigen, und ist eine gute Vorbeugung gegen Heuschnupfen, Asthma und Erkältungskrankheiten. Kapalabhati wirkt reinigend und entschlackend auf den ganzen Körper.

Fühlst Du dich anfangs leicht schwindlig, so ist das ein Zeichen, dass sich Dein Gehirn noch nicht an diese Menge an Sauerstoff gewöhnt hat. Bei Rauchern kommt dieses Verhalten oft vor. Das Schwindelgefühl vergeht aber nach ein paar Malen. Forciere niemals die Einatmung.

Geistige Wirkung

Kapalabhati aktiviert und hilft zu einem klaren Kopf. Es ist sehr gut, um geistige und emotionelle Spannungen zu beseitigen. Es hilft gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit und führt zu einer inneren Freude und Kraft.

Technik Kapalabhati

Bei Kapalabhati ist das wichtigste die Ausatmung. Hier wird mit Hilfe der Bauchmuskulatur alle Luft kräftig heraus gestoßen. Im Brustraum, d.h. in oberen Lungenflügel ist keine Bewegung. Die Bewegung findet nur im Bauchraum – unterhalb des Nabels statt. Nach der Ausatmung werden die Bauchmuskeln entspannt und die Einatmung geschieht automatisch. Die Einatmung ist passiv und die Ausatmung aktiv. Zeitlich gesehen ist die Ausatmung doppelt so schnell, wie die passive Einatmung.

Wird nach ca. 20 (oder mehr Runden) der Atem angehalten, so wird die Übung als Bhastrikā bezeichnet.

Warnung

Eine Lokomotive wird mit Kohle angeheizt, um Dampf zu erzeugen, der den Zug antreibt. Kapalabhati erzeugt Energie (Prana), welche den Körper versorgt. So wie zuviel Feuer der Lokomotive schadet, so führt zuviel Energie im Körper zu Erschöpfung.

Übe niemals gewaltsam. Menschen die an Ohren- und Augenschmerzen leiden, sollten die Übung unterlassen. Ebenso Menschen mit hohen oder niedrigen Blutdruck.


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Autor: Silvio Fritzsche   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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