2015_05_toskana-yoga_reise_1

Blogparade. Wie spirituell darf Yoga sein? Zusammenfassung

“Spiritualität erkennt man am Lachen der Menschen”
Lalleshvari, Anusara Yoga

Yoga und Spiritualität

Unsere erste Yoga-Blogparade ist vorbei und es ging um die Frage: Muss Yoga immer spirituell sein? Fünf Wochen hatten die bloggenden Yogis Zeit, um Antworten auf die Frage zu finden und im eigenen Blog einen Beitrag hier über zu schreiben. Wir FREUEN uns ganz sehr, dass sich sechs Blogs an der Blogparade beteiligt haben. Schön ist auch, dass wir durch die Blogparade neue Yoga-Blogs entdeckt haben.

Die Meinungen sind so bunt wie das Leben ist. Hier ist ein Überblick aller Teilnehmer:

Alles kann, nicht muss im Yoga!

Yogalinus hat als erste auf unsere Frage geantwortet. Sie beschreibt, dass sie „eher von der “sportlichen” Seite her auf Yoga gekommen bin. Jetzt durch die Yogalehrerausbildung wird die philosophische und auch spirituelle Seite immer wichtiger.“ Wichtig ist ihr, dass es im Yoga keine Dogmen gibt und natürlich auch nicht missioniert werden darf. Jedem Teilnehmer muss ein Raum für eigene Erfahrungen geschaffen werden. In ihren Yogastunden stehen immer unter dem Motto: Alles kann, nichts muss. Die meisten Schüler kommen zu ihr in den Stunden, weil sie Rückenschmerzen haben oder ihnen der Stress einfach zu viel wird. „Yoga wirkt ganzheitlich und wer dabei bleibt wird vielleicht auch für philosophische & spirituelle Themen sensibler.“ Zusammenfassend stellt Yogalinus fest, dass Yoga spirituell sein kann, wenn man sich bewusst darauf einlässt. Yoga „funktioniert“ auch ohne Spritualität, aber mit zunehmender Praxis wird man feinfühliger in allen Bereichen. Im Yoga geht es um Einung und deshalb sollte man Geist & Seele nicht abgetrennt vom Körper betrachten.

Spiritualität macht das Licht an im Yoga-Tunnel

Der Feierabendyogi beleuchtet am Anfang seines Beitrages den „Ort“ wo Yoga geübt werden kann. In Amerika sind urbane Yoga-Events voll hipp und es wird beispielsweise in Kunsthallen etc. gemeinsam Yoga praktiziert. Im Gegensatz dazu, beschreibt der Begründer des Ashtanga Yogas Pattabhi Jois, dass es allein wichtig ist, den Geist zu beruhigen und das es keine Vorteile bringt, in einer inspirierenden Umgebung zu üben. (Anmerkung von mir: Es ist sicher einfach nur cool an besonderen Orten, Yoga zu üben und nach außen zu wirken!) Spiritualität ist für den Feierabendyogi etwas Privates und inzwischen geht es nicht mehr OHNE. „Asana ohne Yoga-Philosophie scheint für Dogmatiker sicher unmöglich. Vielleicht so wie ein fundamentaler Gläubiger einen Katholiken, der zwar nur zu Weihnachten in die Kirche geht, aber selbstverständlich eine weiße Hochzeit und die Erstkommunion für die Kinder mitmacht, als Heuchler betrachtet.“ Am Ende seines Blogbeitrages gibt uns der Feierabendyogi ein schönes Bild mit auf den Weg: „Die Yogapraxis ist wie ein langer, dunkler Tunnel. Durch Yamas und Niyamas (oder andere Anreize wie meine reizende Krankenkasse) findet man den Weg in diesen Tunnel und am Ende steht Samadhi. Ist die Praxis ohne Spiritualität, so bleibt der Tunnel finster, doch mit jeder neuen Erkenntnis über die Hintergründe von Yoga hellt sich der Weg ein bißchen auf. Dadurch komme ich zwar nicht schneller zum Ziel, aber ich kann vermeiden, gegen Wände zu laufen und mir den Kopf zu stoßen.

Yoga eBook Download kostenlos

Lust auf noch mehr Philosophie und Praxis?

Yogatraumreise-Newsletter abbonieren und wir schenken Ihnen unser 108 seitiges eBook “Yogabasics” mit ALLEN wichtigen Informationen, was sie für IHR Yoga brauchen. Bereits über 1.000 Downloads!

Keine Sehnsucht nach Spiritualität. Na und?

Für das Nürnberger Yogateam sollte jeder Schüler die Frage für sich selbst beantworten. Dabei sollte man den eigenen Entwicklungstand jedes Schülers beachten und welche eigenen Erwartungen an die Yogapraxis gestellt werden. Jeder sollte dabei die Meinung des Schülers akzeptieren und nicht werten. „Wenn der Yoga praktizierende allein durch die Körperdehnungen ein besseres Körpergefühl bekommt, seine Beweglichkeit verbessert und ein Stück weit (körperlich) entspannter durch seinen Alltag kommt ist das für sich doch schon eine tolle Sache! Wenn für den einzelnen das ausreicht und keine Sehnsucht nach Spiritualität geweckt wird? Warum nicht?

Hände im Namaste und ein Om dazu singen überfordert viele

Diana-Yoga hat sich die Frage nach „Spiritualität und Yogapraxis“ bereits im Oktober 2010 gestellt und einen eigenen Beitrag hierüber verfasst. Im Rahmen unserer Blogparade greift sie das Thema nochmals auf. „Viele übersetzen Spiritualität einfach mit Religion. Wenn man dann sagt, dass Yoga keine Religion ist, man aber die Hände in Gebetshaltung (Namasté) bringt und ein Om singt, sind manche Menschen erstmal verwirrt und überfordert.“ Für Diana ist Spiritualität eine Art von Weltanschauung. Dazu gehören zum Beispiel Dinge nicht einfach hinnehmen, sondern zu hinterfragen und auch die Dinge, die man schon immer so gemacht hat. „Wie schaffe ich es, die Welt, die wir alle nur geliehen bekommen haben, besser zu verlassen, als ich sie betreten habe?“ Yoga ohne Spiritualität geht für Diana nicht mehr. Es stellt sie als Yogalehrerin immer wieder vor die neue Herausforderung, dass auch skeptischen Schülern zu vermitteln ohne gleichzeitig dogmatisch zu gelten.

Prinziell Ja! Yoga ist spirituell.

Yogastern beantwortet die Frage prinzipiell mit einem JA, „…da das Spirituelle gerade das Besondere an Yoga ist. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wird beim Yoga viel Wert darauf gelegt, Körper und Geist zu einer Einheit zu verbinden. Nicht nur das körperliche betätigen, sondern auch die Konzentration in Verbindung mit Atemübungen und Meditation spielen eine Rolle.“ Auch sie ist vor über zehn Jahren beim Durchblättern einer Frauenzeitschrift neugierig auf Yoga geworden und hat die dort abgebildeten Yogaübungen mit ihrer Freundin einfach ausprobiert. Das hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie es immer und immer wieder getan hat und dann auch einen Yogakurs besuchte. Auch sie hat sich als Anfängerin nur für die Asanas interessiert und wusste nichts über das dahinter stehende philosophische System. „Langfristig ist es aber so, dass früher oder später die meisten Yogaschüler sich auch mit der spirituellen Seite des Yoga beschäftigen. Sei es durch Mantras oder Meditationen oder sei es dass man sein Leben nach den acht Gliedern des Yoga ausrichtet. Dabei sind die Yogaübungen für den Körper und die Atemübungen nur ein Puzzle-Teil der vielseitigen Yogawelt.“ Durch die langjährige eigene Yogapraxis hat sich Yogastern auch entschlossen, tiefer in das Yogasystem einzusteigen und lässt sich zur Yogalehrerin in Wiesbaden ausbilden. Indische Götterwelten, die Bagavad Gita, Hatha Yoga Pradipika von Swatmarama, die sechs Darshanas in Indien und auch Sanskrit sind Lehrstoff in der Yoga-Ausbildung. Auch zukünftig möchte sie uns in ihrem Blog auf dem Laufenden über ihre persönlichen Erfahrungen mit den philosophischen und spirituellen Themen halten. (Anmerkung von mir: Danke, da bin ich gespannt drauf!)

Wir sehen uns nächste Woche beim Yoga-Training!

Markus bezeichnet sich selbst als gestörten Häcker, der Yoga übt und bloggt fleißig über seine Erfahrungen rund um das Thema Yoga. Auch er ist aus körperlichen Gründen zum Yoga gekommen und nach jeder Yogastunde fühlt er sich einfach nur gut. Dieses Gefühlt hat er aber auch bei anderen sportlichen Betätigungen. „Es gibt aber beim Yoga einen wichtigen Unterschied zum Sport: Die Konzentration auf den Atem.“ Deshalb kann er beim Yoga besonders gut durchatmen und die Dinge des Alltags loslassen. „Ohne zu wollen habe ich mich in dieser Zeit dennoch verändert. Ein Beispiel dazu: Im Herbst 2009 bin ich auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg gelaufen um mir einen herbstlich verfärbten Baum anzusehen, das hätte ich 2 Jahre vorher ganz sicher nicht getan. Als ich das später einem Freund erzählte sagt er mir: Markus, du machst zu viel Yoga ;-) “ Es hat seine Zeit gebraucht, bis er sich zur Meditation oder auch dem Lesen von Patanjali & Co hingezogen fühlte. Den richtigen Zugang hierfür und die Erkenntnis, dass man Asana und Spiritualität verbinden kann, hat er zu erst im Anusara Yoga kennen gelernt.  „Für mich persönlich ist Yoga inzwischen mehr als nur Asana, aber ich habe nach wie vor kein Problem damit wenn mich jemand nach der Yogastunde fragt: “Sehen wir uns nächste Woche wieder beim Training.”

Jeder der atmet ist spirituell!

Auch wir als Yogatraumreise und gleichzeitige Initiatoren der ersten Yoga-Blogparade haben versucht, systematisch diese Frage zu beantworten. Je mehr wir uns mit dem Thema auseinander gesetzt haben, desto klarer ist es für uns geworden. Unser Fazit ist: Yoga MUSS spirituell sein, sonst ist es kein Yoga. Eine Begründung ist, dass Yoga selbst ein Philosophiesystem ist und versucht, „…die Welt neu zu betrachten, neue Ansichten zu bekommen und seine eigene Existenz besser zu erkennen.“ Interessant war für uns auch, dass die Silbe „spiro“ mit „ich atme“ übersetzt werden kann. Damit bekommt das Wort eine ganz neue und andere Bedeutung für uns. Wenn man einen Schritt weiter geht, kann man behaupten, dass JEDER der sich mit seinem Atem verbinden kann, spirituell ist. Auch ein anderer Ansatz war für uns einleuchtend: „Spirituell zu sein heißt, dass die Hindernisse im Leben abnehmen“. Schon allein deshalb ist für uns Yoga spirituell.

Fazit

Wie im Yoga wussten wir auch bei der ersten Yoga-Blogparade nicht, was passiert. Es war ein Experiment und ein sich bewusstes drauf einlassen. Genau wie im Yoga bedarf es eines aktiven Tuns. Im Yoga rollen wir die Matte aus und bei einer Blogparade dürfen wir kräftig in die Tasten hauen. Am Ende des Versuchs, egal ob es Yoga oder eine Blogparade ist, sind unterschiedliche Ergebnisse denkbar und möglich. Wir sagen nochmals DANKE an alle bloggenden Yogis und wir haben Eure Beiträge mit viel Freude gelesen. Und natürlich freuen wir uns, wenn diese Blogparade der Anfang von vielen weiteren Blogaparaden auch im Yoga sein kann.

 

Namaste’

Dein Yogatraumreise-Team

comments

Kommentar schreiben

Fühle Dich frei und hinterlasse einen Kommentar.