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Yogatraumreisen

yogafrosch

3.10.2009

Auszeit! Willkommen im Kloster mit Yoga und Wein

Nach einem Tag vorab im malerischen Lucca steige ich in den Zug nach Casola. Schon die Anreise von Lucca zum Convento ist einmalig. Die Fahrt führt in durch eine nicht enden wollende Berglandschaft. Sanfte, bewaldete Hügel, dazwischen immer wieder auf Berggipfeln thronende oder wie an den Hang gegossene kleine Dörfer. Es geht durch Tunnel und über Brücken mit phantastischem Blick.

Die Dörfer sind meist umgeben von kleinen Weinbergen, Feldern oder Olivenhainen, am Straßenrand leuchten gelbe Blumen. Ansonsten: Wald soweit das Auge reicht, etwas weiter entfernt sieht man die imposanten Gipfel der Apuanischen Alpen.

So spielt es keine Rolle, dass der Zug in jedem noch so kleinen Dorf hält und für die Strecke von etwa 80 km zwei Stunden braucht, was einen gestressten Deutschen im Alltag wohl den letzten Nerv kosten würde. Nicht so hier, ich genieße die Fahrt und bin schon mitten in meinem Urlaub angekommen.

Kaum am Bahnhof angekommen werde ich angesprochen: „Wollen Sie … ins Convento? Wissen die Bescheid, werden Sie abgeholt?“ Ich falle auf.

Mein Reiseführer weiß gerade so anderthalb Seiten über diesen Teil des Landes zu füllen und völlig zu recht beginnt der Abschnitt mit der Anmerkung, es handele sich um ein sehr interessantes, aber am kaum bereistes Gebiet der Toskana.

Walter kommt kurz darauf am Bahnhof an, um mich abzuholen und begrüßt mich herzlich. Das letzte Stück des Weges führt tatsächlich durch einen Fluss, der im Sommer allerdings nur wenig Wasser führt, dann erblicke ich zum ersten Mal das Convento.

Ich bin begeistert. Es ist beinahe noch schöner als die Bilder, die ich von der Homepage schon kannte. Ein altes Kloster, das mit viel Liebe von den Besitzern Martina und Marcel zu einem Seminarhaus mit einer wundervollen Atmosphäre umgebaut wurde.

Ich beziehe mein Zimmer, lerne meine ausgesprochen netten Mitbewohner für die nächste Woche kennen und genieße mein erstes italienisches Abendessen.

Das Essen ist phantastisch, es lässt sich nicht anders sagen. Vegetarische Küche, einfallsreich und bodenständig zugleich. Egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendessen, die Köchinnen begeistern uns jeden Tag aufs Neue.

Silvio und Walter sind ein perfektes Team: Herzlich, engagiert und die Yogastunden der Beiden sind eine super Mischung aus Forderndem und Entspannung. Als Mitte der Woche dann doch der Muskelkater kommt, findet auch das in den Stunden Berücksichtigung.

Nach zwei Tagen im Convento mit den Beiden entscheide ich mich auch noch die zweite Yogawoche mitzumachen…

Ich bleibe also länger, genieße mit Christina, die sich ebenfalls noch hier bleibt einen ruhigen Samstag, der für die einen ein Ab- und für die anderen ein Anreisetag ist. Schnell ist diese Woche vergangen und doch fühlt es sich auch an als wäre ich schon ewig hier.

Die zweite Woche beginnt nach dem Abendessen mit einer Begrüßungsrunde. Wir sind insgesamt 22 Teilnehmer, aus allen Teilen Deutschlands und eine Gruppe aus Liechtenstein, alte Freunde von Silvio und Walter. Geri feiert heute ihren Geburtstag und serviert selbstgebackenen Kuchen und ein Glas Sekt. Einige sitzen noch eine ganze Weile am ersten Abend zusammen, trinken Wein und genießen den milden Herbstabend.

Der Sonntag startet, wie auch alle weiteren Tage, mit Meditation früh am Morgen. Es ist noch dunkel, als wir uns um halb sechs, frei nach Walter: „Jeder kann, keiner muss…“ im unteren Yogaraum treffen.

Eine halbe Stunde später schlagen wir die Augen auf, der Himmel ist schon leicht blau und die Sonne geht gerade auf.

Wenn keine besonderen Ausflüge geplant sind, beginnt die erste Yogastunde für Teilnehmer mit Yogaerfahrung um sieben Uhr. Um neun gibt es Frühstück, anschließend um zehn im oberen, lichtdurchfluteten Meditationsraum eine Basic Stunde für Anfänger oder auch alle, die noch Lust auf mehr haben. Der Raum im Erdegeschoss ist dunkler und scheint mit seinem Dachgewölbe gemütlich höhlenartig.

Heute ist ein guter Tag um anzukommen, Verena Miriam und Stephanie erreichen uns erst heute im Laufe des Nachmittags. Einige erwandern sich die nähere Umgebung, andere faulenzen in der Sonne, lesen, Nichtstun, Seele baumeln lassen.

An den ersten beiden Tage leitet teilweise noch Silvio die Stunden, bevor er sich dann am Montag gemeinsam mit Ina auf den Weg Richtung Gardassee und anschließend wieder zurück nach Chemnitz macht.

Wanderwege sind in der Lunigiana eine Seltenheit, aber mit ein paar Tipps von Marcel, der hier jeden noch so kleinen Trampelpfad kennt, findet sich immer eine kleine Tour. Man kann stundenlang durch den Wald spazieren, der immer wieder den Blick ins Tal oder auf kleine Bergdörfer freigibt. Andere Wege führen durch Wiesen, auf denen Olivenbäume wachsen, vorbei an Weinreben voller Trauben. Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit in der Toskana. Am Wegesrand naschen wir von wilden Feigenbäumen und knacken Walnüsse.

Am Abend bietet Walter eine Ohrenkerzensession an. Hört sich komisch an, ist aber ausgesprochen schön. Diese Kerzen stammen aus der Tradition der Hopi – Indianer. Die Ohrenkerze wird angezündet, brennt langsam nach unten ab, leuchtet ganz beruhigend und zieht durch die Kaminwirkung Überflüssiges aus dem Ohr. Man hört während dessen ein leichtes Knistern und Rauschen und die Wärme fühlt sich sehr angenehm an.

Der nächste Tag beginnt wieder früh mit Meditation und Yoga. Anschließend macht sich der größte Teil der Gruppe auf den Weg ans Meer nach Lerici, das wir nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen. Wer hätte gedacht, dass wir Anfang Oktober noch mal im Meer baden werden? Wir genießen das Wasser, die Sonne, ein leckeres Eis und guten Kaffee.

Am Abend findet der angekündigte Tanzabend mit Martina statt. Sie gestaltet den Abend ruhigen und sehr guten Ausklang des Tages.

Am Dienstag finden die Yogastunden parallel statt, weil wir uns nach dem Frühstück auf eine Wanderung mit Marcel machen. Wir starten in Equi Terme, durch eines der kleinen mittelalterlichen Dörfer, in denen auf den ersten Blick die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, weiter durch dichten Wald voller Esskastanienbäume. Später wird der Wald lichter, und von einer Burgruine die wir erklettern hat man einen phantastischen Blick über das Land. Während der gesamten Wanderung, die ca. 4 Stunden dauert, über alte Militärschleichwege aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, begegnen wir niemandem. Einfach nur wir, der Wald, die Berge, vorbeihuschende Eidechsen, vereinzelte Vögel, versteckt irgendwo in der näheren Umgebung vermutlich das eine oder andere Wildschwein. Nach einer Rast mit Picknick erreichen wir einige Zeit später den nächsten Ort von wo aus wir den Bus wieder herunter ins Tal nehmen.

Als Abschluss dieses Tages gilt es dann noch auf Pius Geburtstag anzustoßen!

Seit Silvio abgereist ist, wird Walter von Anita, einer Yogalehrerin aus Lichtenstein unterstützt.

Es ist eine Freude Anita kennen zu lernen. Sie kam erst mit 40 Jahren zum Yoga und ist nun eine begeisterte Yogalehrerin, die voller Lebensfreude ihr Wissen weiter gibt und viel zu erzählen hat. Ihre Yogastunden sind ruhig, sehr präzise und anspruchsvoll zugleich.

Mittwochabend fahren einige noch mal ans Meer nach Lerici und genießen das warme Herbstwetter, die meisten Anderen treffen sich am Nachmittag für eine Stunde Pranayama gemeinsam mit Walter im Garten auf der Wiese hinter dem Haus. Abends singen wir gemeinsam 108-mal das Gayarti Mantra. Jeder kann, keiner muss versteht sich…

Der Donnerstag bringt uns Wolken, die schwer in den Bergen hängen und für kurze Zeit auch ein bisschen Regen. Ein Teil von uns hat sich zum Ausflug nach Lucca aufgemacht, andere sind wieder ans Meer gefahren, diesmal Richtung Cinque Terre. Ich erwarte heute meinen Freund, der mich hier abholt, bevor wir gemeinsam nach Florenz weiterfahren. Eigentlich hatten wir geplant uns in Florenz treffen, ich scheine aber soviel von diesem Ort geschwärmt zu haben, dass er sich entschieden hat für einen Tag hier zu bleiben.

Mein Freund und ich, machen uns dann Freitagnachmittag auf den Weg nach Florenz und lassen die Gruppe im Convento zurück. Leider verpasse ich dadurch die Long Slow Deep Stunde am Nachmittag, die in der Woche davor der krönende Abschluss der Reise war und auch die Abschiedsrunde am Abend, bevor auch für den Rest der Gruppe am Samstag der Nachhauseweg ansteht.

Danke für dieses phantastische Yoga-Retreat, an einem ganz einmaligen Ort mit zwei ganz besonderen Yogalehrern!

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Geschrieben von Anne aus Hamburg

Impressionen Yoga- und Wanderwoche

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  1. Das war unsere Yoga und Wanderwoche 2009

Autor: Silvio Fritzsche   ·   4 Kommentare   ·   Trackback

4 Kommentare | Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Kommentar von Yoga Chemnitz + Reisen + am 8.10.09 um 12:17
  • [...] zum vollständigen Reisebericht mit Galerie [...]

  • 2. Kommentar von Bernhard (Berni) am 8.10.09 um 18:56
  • Hallo Anne, ein wirklich toller Reisebericht den Du hier verfasst hast.
    Leider konnte ich mich am Tag Deiner Abreise nicht persönlich von Dir verabschieden und möchte dieses nun auf diesem Wege tun.
    Wenn ich eine Frau wäre würde ich wünsche das Du bei der Geburt meines Kindes die Hebamme bist. :-)
    Ich hoffe das wir uns bald mal wiedersehen und Du bis dahin deinen Freund dazu bewegen konntest endlich ins Yoga einzusteigen.
    VLG
    Berni

  • 3. Kommentar von Verena am 9.10.09 um 13:57
  • Liebe Anne,

    ein wirlich toller Reisebericht, ich habe mich mich darin in ganz vielen kleinen und großen Beobachtungen wiedergefunden. Wenn ich also mal wieder in Erinnerungen schwelgen möchte, dann gehe ich einfach auf diese Website :-) .

    Nur eine Kleinigkeit: Nicht “Verena und Stephanie” sondern “Miriam und Stephanie” sind erst am Sonntag angereist. Da lege ich wert drauf, da ich das Glück hatte als erste der Neuankömmlinge das Nach-und-nach-Ankommen der anderen beobachten zu dürfen und dementsprechend dadurch ganz gemächlich, Schritt für Schritt in diese Woche zu starten. Sonst komme ich oft auf den letzten Drücker. Das war für mich also etwas ganz besonderes ;-) .

    Ansonsten kann ich mich nur Bernie anschließen – das In-sich-Ruhende, das gleichzeitig Zupackende, Bodenständige und die Wärme die Du auf mich ausstrahlst, würde ich Dich jederzeit an Freudinnen in Hamburg weiterempfehlen, wenn ihnen eine Geburt bevorstehen sollte!

    Leider konnte auch ich nur Deinem Freund einen Gruß an Dich ausrichten. Als ihr gerade aufgebrochen seid, war ich im Kastanien-Sammel-Fieber. Danke übrigens für Euren Beitrag, wir haben tatsächlich am Abend vor der Abreise dank Marcel noch die Kastanien frisch aus dem Kaminfeuer genießen können.

    Viele liebe Grüße
    Verena

  • 4. Kommentar von Rückblick: Yoga und Wand am 7.02.10 um 15:03
  • [...] Einen ausführlichen Reisebericht mit vielen Bildern und Eindrücken kannst Du hier nochmals [...]

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