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16.03.2011

Pilgern – eine Reise zu sich selbst

Pilgern übt seit langer Zeit eine große Faszination auf die Menschen aus. Meist nur mit einem Rucksack mit den nötigsten Utensilien auf dem Rücken und einem Wanderstock in der Hand machen sich Pilgerer jeden Alters und aus den unterschiedlichsten Berufen auf den Weg.

In der Fremde unterwegs

Das Wort Pilger (peregrinus) kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Fremder. Doch warum begeben sich Menschen in der Fremde auf eine ungewisse Reise, die in vielen Fällen mit schmerzenden Beinen, blutenden Blasen an den Füßen und starker Anstrengung verbunden ist?

Der klassische Pilgerweg hat am Ziel einen „heiligen“ Ort, den es nach Möglichkeit zu erreichen gilt. Für viele Pilgerer wird daher die Nähe zu Gott eine große Rolle spielen, wenn sie bei Wind und Wetter durch fremde Länder und Regionen zu Fuß unterwegs sind. Doch auch viele Menschen, die sich als nicht gläubig bezeichnen, sind immer häufiger auf Pilgerwegen zu finden.

Gründe für eine Pilgerreise

Der Weg ist das Ziel – bei einer Pilgerreise trifft dieser Satz sicherlich zu. Stundenlange Märsche, Kilometer um Kilometer, teilweise allein, manchmal auch mit einem Wandergefährten an der Seite, ist man sonst nur noch von Natur umgeben.

Wer alleine pilgert, denkt nach oder lässt die Gedanken schweifen, singt oder spricht laut mit sich. Der Rhythmus der eigenen Schritte gewinnt schnell etwas meditatives, bei dem sich erhellende Gedanken einstellen können. Häufig werden solche Reisen daher unternommen, wenn sich ein einschneidendes Erlebnis ereignet hat, man im privaten oder beruflichen Leben nicht weiß, welche Richtung man gehen soll oder auch, um zurück zu Gott zu finden.

Während einer Pilgerreise kommt man zudem mit Menschen ins Gespräch, die man unter anderen Umständen vielleicht nie kennen gelernt hätte. Eventuell weil sie viel älter oder jünger als man selbst sind oder sich in anderen Kreisen bewegen. Dies alles spielt aber mit schmerzenden Füßen unter heißer Sonne auf einem Weg, bei dem alle das gleiche Ziel haben, kaum eine Rolle. Gerade durch Gespräche mit Menschen, die eine fremde und daher unvoreingenommene Sicht auf die Dinge des Lebens des anderen haben, können hilfreiche Ansätze zu Tage kommen.

Zurück zur Langsamkeit

Schnell geht auf einem Pilgerweg nichts. Wer sich in den ersten Tagen zu schnell auf den Weg macht beziehungsweise sich nicht an den eigenen Rhythmus hält, wird schnell von seinem Körper bestraft und muss zwangsweise langsamer gehen. Zurück zu Langsamkeit und Besonnenheit – im Alltag ist dieser Schritt ins vermeintliche Zurück häufig augenscheinlich nicht möglich. Wer auf einer Pilgerreise zu sich findet, die Langsamkeit neu entdeckt, kann sie anschließend mit in das alte Leben nehmen.

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Omm & weg!


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Autor: Linda   ·   Kommentieren   ·   Trackback

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