Yogatraumreisen

yogafrosch

2.09.2009

Reisetagebuch Yoga Reise Toskana, Oktober 2008

Indian Summer in der Toskana

Unsere Yoga- und Wanderreise fand in diesem Jahr erst Anfang Oktoberstatt. Der Herbst hatte bereits Einzug gehalten. Die Fahrt von München in die Toskana war wie im Bilderbuch, bunte Wälder und die Morgentemperatur lag bei nur 2 Grad über Null. Bald lichtete sich der Nebel und die Sonne brach durch die Wolkendecke. Die Nacht vorher hat es auf dem Brenner bereits geschneit und so fuhren wir kurz durch den Winter. Doch je näher wir dem Gardasee kamen, desto rasanter stellten sich die spätsommerlichen Temperaturen von über 20 Grad ein. Die Vorfreude auf Italien stieg und wie in den letzten Jahren auch, erreichten wir nachmittags das Convento und eine inspirierente Yoga-Woche konnte beginnen.

Dieses Mal war zeitgleich eine Wandergruppe zu Gast, die Marcell – unser Gastgeber und Besitzer vom Convento – leitete. Wir hatte das Glück, uns in die Gruppe zu integrieren und konnten an den geführten Wanderungen teilnehmen. Die Ziele waren vielversprechend: Steinbrüche von Carrara, Equi Terme, Bogansola in der Nähe der Cinqui Terre und eine Wanderung direkt in den Bergen. Wow! Und so kam es dann auch… unsere Yogawoche hatte ein volles Programm und wir waren ehrlich gesagt ganz schön ausgeplant. Vorher gebe ich immer einen Ablaufplan für die Yogawoche heraus, an dem wir uns orientieren können. Aber auch diesmal war vieles wieder spontan anders geworden und wir fühlten uns “wild & free”, was auch das Motto unserer Reise war. Walter, Yogalehrer und Herz von Yogatraumreise, brachte es auf den Punkt mit dem Satz: “Die Gruppe macht das Programm”.

Wie immer ließen wir uns von dem Geist der alten Klosteranlage in den Bann ziehen und tauchten ein in ein entspanntes Leben, mit viel Yoga, leckerem vegetarischem Essen, tollen Wanderungen, bezaubernden Ausblicken in die toskanische Landschaft und geselligen Abenden.

Wir waren eine verhältnismäßig kleine Gruppe von 20 Leuten – aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands aber auch von weiter her. Unter anderem mit dabei waren zum Beispiel Claudia und Sabine. Claudia aus Horb hat uns über das Internet gefunden und hat gleich ihre Schwägerin Sabine mitgebracht. Sabine hat vor einigen Jahren der Liebe wegen Deutschland verlassen und fühlt sich nun in Norwegen wohl. Und so ist unsere Yogawoche für die beiden gleichzeitig ein Wiedersehen, mit viel Zeit zum erzählen. So ähnlich verhält es sich auch mit Cindy, Sarah und Stefanie. Die drei Studienfreundinnen, die in unterschiedlichen deutschen Städten arbeiten und nun in Italien mit uns gemeinsame Zeit verbringen genießen es, viele Momente miteinander zu teilen. Rainer und Cristine und Carla mit Matthias hat es damals auf meiner ersten Yogareise auf Ibiza gefallen und jetzt sind sie auch in der Toskana wieder mit an Bord. Jeder von uns hat seine eigene kleine Geschichte zu erzählen.

Mögen alle Wesen immer glücklich und frei sein !

Unsere Yogatraumreise wurde diesmal noch entspannter. Warum? Dieses Jahr bieten wir auch das erste mal auf unserer Reise Entspannungsmassagen an. Ina hat ihre transportable Massageliege im schönen Salonzimmer aufgestellt und “verwöhnt” die Yogis nach der Yogapraxis bei ruhigen, indischen Klängen und Kerzenschein. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen einer Aromarückenmassagen und einer Ganzkörpermassage. Nach einer fordernden Yogapraxis wurden so die Entspannungsmassagen zum absoluten Wellnesserlebnis. Ein kleines bißchen bezahlbarer Luxus in der Toskana muss sein. Nicht nur den Teilnehmern hat es gefallen, auch Ina möchte nächstes Jahr gerne wieder mitkommen.

Irgendwie hat jede unserer Yogareisen seinen eigenen Verlauf und Spirit. Alle Reisen sind immer wieder schön aber doch anders und unvergleichlich.

Neben unserer täglichen Yogapraxis waren die Wanderungen ein weiterer Höhepunkt. Für Marcell war es auch ein besonderes Erlebnis, weil er noch nie mit über 30 Leuten – normal sind es sonst 12 Teilnehmern – gewandert ist. Und weil alles gut im Fluss war, hatten wir erstmalig als Gruppe die Möglichkeit, an einer Meditation mit Marcell teilzunehmen. Marcell erklärte uns, was Mediation für ihn bedeutet und er nahm uns mit auf eine mentale Reise. Wir lernten, was wir alles nicht sind. Wir sind nicht der Körper, wir sind nicht unser Atem, auch nicht unsere Gedanken! Uns so fragten wir uns Donnerstag Abend beim Sonnenuntergang: Was sind wir eigentlich? Tat twam asi – das ist eine klassische indische Meditationstechnik.

Im Herbst sind die Tage kürzer und es wird viel früher dunkel, als im Frühjahr. Diese Stimmung nutzen wir für eine weitere Meditation am Abend. Wir singen 108 mal das Gayatri Mantra. Für mich war es auch das erste Mal, das ich das so intensive mit über 20 Yogis üben konnte. Eingangs erklärte ich, wie wir Westler Mantras nutzen können und wie sie in das Yogasystem einzuordnen sind. Ich erzählte von “Schwingungen”, “Focusieren” und der “Arbeit mit unserem Monkeymind – unserem Geist, der wie ein Affe von Ast zu Ast springt und ständig in der Ablenkung ist”. Danach geht es los und wir gehen Zeile für Zeile dieses Mantras im Call und Recall Prinzip durch. Wenige Minuten später haben wir alle unsere Augen geschlossen, sitzen im Kreis und chanten “Om bhur burva swah…” – 108 mal. 45 Minuten später sind die Kläge verhallt und jeder nimmt die Ruhe mit in sein Zimmer und geht schlafen.

Genau wie man Yoga erfahren muss, muss man auch eine Yogareise erfahren und erleben. Deshalb höre ich nun auf mit schreiben. Viele schöne Momente sind gespeichert – auf der Karte von der Digi-Kamera und natürlich auch im Kopf. Und wenn es in unserem “normalen” Alltagsleben wieder einmal stressig wird, schließen wir die Augen und versetzen uns gedanklich zurück in die schöne ruhige Toskana. Einatmen – und dann – lang und fein ausatmen.

Namaste’

Impressionen unserer Yoga & Wanderwoche

(Bitte auf das jeweilige Bild klicken)

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Autor: Silvio Fritzsche   ·   1 Kommentar   ·   Trackback

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