2.08.2009
Yoga-Winter-Reise Liechtenstein – Winter 2009

Was passiert, wenn man ein buntes Häufchen Menschen für eine Woche in eine Hütte in den Bergen am Ende eines Tales steckt?
Ehrlich gesagt, war uns das allen anfangs noch nicht so richtig klar. Aber eines hatten wir gemeinsam: Liechtenstein – Skifahren – Yoga: diese Kombination hatte es uns angetan.

„Der Weg ist das Ziel”
Wer schon mal im Skiurlaub war, der weiß, dass gewisse Grundkenntnisse in Logistik und Kurvenfahren von Vorteil sind. Mit Sack und Pack (von der Stirnlampe über den Strickpullover bis zur Kartoffel) ging es auf ins Fürstentum. Angereist kamen wir aus verschiedenen Ecken der Republik. Mehr oder weniger funktionsfähige Navigationssysteme (… es lebe der klassische, lebende, mitdenkende Beifahrer!!) wiesen uns den Weg in den 35.000-Seelen-„Staat”.
Bereits auf dem kurvigen Weg aus dem Talkessel von Vaduz in das 1.800m hoch gelegene Malbun blieb uns in jeder Kurve erneut der Mund offen stehen – der traumhafte Panoramablick und das Wolkenmeer, welches sich unter uns ausbreitete, faszinierte uns von Anfang an.
Ich weiß nicht, wie oft wir dann in dieser Woche auch die Worte „traumhaft”, „genial”, „wunderschön”,„einmalig” oder „faszinierend” benutzt haben. Bei durchgehend stahlblauem Himmel und Sonnenschein war die Bergwelt täglich aufs Neue beeindruckend und einfach „zum Schreien schön”.
„Dem Fotograför ist nichts zu schwör”

Was wäre die Welt ohne Digitalkameras! Berge am Morgen, Berge am Vormittag, Berge in der Mittagssonne, Berge am Nachmittag, Berge in der Nacht und natürlich Berge zwischendrin. Ich weiß nicht, wie viele Bilder in dieser Woche entstanden sind, ich kann nur sagen – die Fotografierwut einiger Mitreisender kannte keine Grenzen! Da gaben auch teilweise Akkus oder Speicherkarten den Geist auf. Jedoch – der Trend geht zur Zweit-Kamera . Immer in Petto, im Falle eines Falles muß die Ausrüstung stimmen! Auch ließ die Kreativität, in Sachen Motivsuche keine Wünsche offen. Ein Schulterstand mit angeschnallten Ski auf 2.000m Höhe, das hat Seltenheitswert und musste natürlich bildlich festgehalten werden. Ebenso die zahlreichen Hüttenbesuche, Yogastunden und alles, was der Tag sonst noch so an Aktivitäten mit sich brachte. Leider können Bilder nicht das viele Lachen, die Herzlichkeit der Liechtensteiner oder die Klarheit der Bergluft einfangen – aber sie erinnern uns an diese schöne Zeit. An dieser Stelle also nochmal ein großes Danke an alle Fotografen vom Dienst!
Schon mal gehört? Nein? Wir auch nicht. Bis wir nach Malbun kamen einen ganzen Nachmittag lang machten mehrere Guggamusik-Bands den Talkessel unsicher. Wie kann man diese Musik beschreiben? Tja, das ist nicht so einfach – man muss diese Gugga-Bands schlicht live erleben. Wem es bei dieser Musik nicht in den Füßen juckt, dem ist nicht zu helfen. Krawallmachende Monster, so könnte man das vielleicht zusammenfassen. Das klingt schlimm, hat sich aber genial angehört. Denn Noten lesen und Musikinstumente spielen, das konnten diese Bands wahrlich. Bei diesem Anblick huschte uns ein wohliger Schauer über den Rücken – aus Begeisterung, aus „Grusel” und wegen der kalten Füße, die wir uns beim Zuschauen wegtanzen mußten.
Unser Empfangskomitee mit Paucken und Trompeten in Malbun am Anreisetag
Herzlich willkommen im Yogi-WG-Kochstudio!
Man nehme: eine voll ausgestattete Küche und mehrere äußerst talentierte Hobbyköche, gebe ihnen diverse Leckereien in die Hände und lasse sie bei einem Küchenwein oder einem Bierchen ihrer Kochleidenschaft fröhnen. Diese Mixtur koche man täglich neu auf und rühre sie mit Liebe und Sorgfalt um. Ein Auszug aus unserer Speisekarte? Bittesehr: Spaghetti al Salmone, Ravioli Aglio e Olio mit frischem Ruccola, Gemüsepfanne á la Uwe, Marions Linseneintopf… Wer braucht da schon ein Restaurant! Schweißperlen trieben uns allerdings auch manche ganz individuellen Kompositionen auf die Stirn. Beispiel? Gerne: eines Morgens verspeiste Walter ein Stück Marzipanstollen mit einer dicken Schicht Nougatcreme obendrauf. Na wenn das kein guter Start in den Tag ist !
Ein kurzes Wort in Sachen Sprache
Also: Ein Gipfel ist kein Berg sondern ein Croissant sprich ein Hörnchen. Ein Brünneli ist ein Lavabo, also ein Waschbecken. Der Postbus ist nicht das Postauto sondern der Linienbus. Und Hoj bedeutet Gruezi, also Hallo und guten Tag. Alles klar ??
Glücklicherweise hielt Daniela Ihre Yogastunde in Hochdeutsch ab. Nicht auszudenken, welche unnötigen Verrenkungen wir ansonsten vollführt hätten…DANKE, Daniela…!
„Long,deep and slow” oder doch lieber „short, high and fast”
?
Sportlich ging es zu in unserer Yogi-WG, gleichzeitig aber auch einfach nur entspannt. Jeder konnte das für sich selbst je nach Laune entscheiden. Am Ende eines Tages aber fielen alle meist todmüde und zufrieden ins Bett. Selten hat man einen so großen Haufen (schnarchender…) Steine gesehen.
Yoga: Das berühmte „Om und weg” – es gelang uns in diesem Yogaraum in Vaduz ganz besonders gut. Ein ausgebauter Scheunenboden mit schönem Holzfußboden ringsherum, mit viel Herz und Liebe zum Detail eingerichtet, diente uns als Oase für unsere Yogaeinheiten. Silvio legte dabei den Fokus auf die 5 Elemente; Daniela, einer Liechtensteiner Yogalehrerin, ließ uns an „ihrem” Yoga teilhaben. Und was wäre eine Yogatraumreise mittlerweile ohne die „long, deep and slow”-einheit von Walter (…ganz nebenbei gesagt, ein wunderbares Kontrastprogramm für die pistengeprüften Knochen. Das Gejammere über meine ledierten Schienbeine durften sich alle anderen die ganze Zeit über anhören…danke fürs Ertragen !) Der Abend endete dann immer mit Tee und Keksen in der bequemen Sitzecke im Raum – deren Gemütlichkeit übrigens auch unser „Nicht-Yogi” an Bord schnell für sich entdeckt hatte und uns lesender Weise Gesellschaft beim Yoga leistete und die Stunden fotografisch festhielt.
Skifahren: Wie das Fürstentum selbst, ist das Skigebiet Malbun klein aber fein. Nach dem Motto „mittendrin statt nur dabei” genossen wir mit unserer Hütte den Luxus, direkt an Sessellift und Skipiste zu wohnen. Bequemer konnte es kaum sein. Auch das nicht weit entfernte Skigebiet Flums haben wir erkundet. Größer und weitläufiger als Malbun, haben wir dort zwei ganze Tage viele Pisten, Lifte und Hütten ausprobiert.
Für gestreßte Schienbeine (Skistiefel können Qualen bereiten, man glaubt es kaum…) gab es zwischendrin auch die Möglichkeit zum Langlauf – ebenfalls fast vor der Tür und vor der traumhaften Kulisse des Valuntales.
Wandern im Mondschein
Nach dieser Wanderung durch eine nächtliche Winter-Wunder-Landschaft kann man alle Mondsüchtigen besser verstehen… Alle, die keinen Sinn für Kitsch oder Romantik haben, sollten die nächsten Sätze einfach überspringen . Was wir da in einer Vollmondnacht in Malbun erlebt haben, das war eine Szenerie, die jeder Beschreibung spottet. Wir hatten das Glück, eine klirrend kalte Vollmondnacht mit sternklarem Himmel zu erleben. Dick eingepackt wanderten wir aus dem verschlafenen Malbun hinaus bis zur letzten Hütte der Ansiedlung. Durch den knirschenden Schnee der frischpräparierte Piste und teilweise auch durch den Tiefschnee ging es dann wieder zurück. Die Klarheit und Schönheit dieser Nacht, fast unwirklich schön und bezaubernd, riß uns alle in ihren Bann. Einige landeten vor lauter Begeisterung im Schnee, was uns anschließend dazu brachte, im Dorf einzukehren und bei hochprozentigem „Hauskaffee” und einer ebensolchen, kirschwassergetränkten Schwarzwälder Kirschtorte die Lebensgeister auch innerlich wieder zu beleben und zu erhitzen. Waffenscheinpflichtig in Sachen Kalorien und Alkoholgehalt, aber ein absoluter Hammer für Süßschnäbel!
„…Du meckerst ja gar nicht…”
Wenn der Deutsche nicht jammert, dann geht’s ihm ja eigentlich nicht gut. Also seien zum Ende dieses Berichtes noch ein paar wehleidig klagende Worte gesagt: Ja, meine schmerzenden Schienbeine haben mich wahnsinnig gemacht (und alle anderen herum gleich mit…danke für Eure Geduld
. Des weiteren ist es eine Frechheit, dass dieses Liechtenstein nicht mal in der Lage ist, den Himmel mit Wolken zu verhängen. Jeden Tag Bergpanorama pur, wie öde. Ich denke, die haben so viel Geld! Und außerdem: es war kaum ein Mensch auf den Ski-Pisten oder im Ort anzutreffen. Wenigstens ein paar mehr dekorative Liechtensteiner hätten doch als Touri-Attraktion herumstehen können. Das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt!
Und so wurde diese Woche wieder zu etwas Wunderbarem. Aus dem bunten Häufchen wurde schnell eine Art Urlaubsfamilie, die „eine Ferienwohnung” innerhalb kürzester Zeit in „ihre Yogi-WG” umfunktionierte. Wir erlebten entspannte und fröhliche Tage im Fürstentum, konnten Kraft tanken und die Bergwelt in ihrer schönsten Form genießen. „Gerne wieder!”, da sind wir uns alle einig.
geschrieben von Babett, Yogini und Alpine-Skifahrerin (mit Helm!!)
Januar 2009
Impressionen unserer Yoga-Winter-Woche in Liechtenstein

Yoga in der Toskana vom 10.07. bis 17.07.2010 inkl. Unterkunft, ital. veg. Vollpension ab 650,00 Euro/Person. Informationen zur Reise gibt es hier,
Ähnliche Artikel:
- Yoga im Fürstentum Liechtenstein
- Yoga im Fürstentum Liechtenstein
- Das war unsere Yoga und Wanderwoche 2009
- Reisetagebuch Yoga Reise Toskana, Oktober 2008
- Zustand Yoga” Toskana Juni 2009 – Rückblick
Autor: Silvio Fritzsche · 1 Kommentar · Trackback



1 Kommentar | Eigenen Kommentar schreiben
[...] zum vollständigen Reisebericht mit Gaerie [...]
Kommentieren